Alles über unser Schulessen

Die Schülerinnen der SCHNIPSEL-Redaktion haben schon in eigenen Worten von ihrem Besuch der Küche unseres Schulcaterers berichtet. Hier lest ihr jetzt den ausführlicheren Bericht über die Zubereitung unseres Schulessens in der Küche von 40 SECONDS BERLIN. Ihr erfahrt, wie der monatliche Essensplan aufgebaut ist, wo die Zutaten für das Essen herkommen, wie teuer eine Essensportion sein darf und was mit den Essensresten nach dem Kochen geschieht.

Die Küche von 40 SECONDS BERLIN im Westhafen ist gar nicht so einfach zu finden. Große Schilder weisen nicht den Weg. Aber hier kommt ja auch normalerweise niemand zum Essen hin, sondern der Caterer fährt jeden Tag mit einem Lastwagen das Essen zu den Schulen. 12 Schulen beliefert 40 SECONDS BERLIN jeden Wochentag mit insgesamt 3.800 Portionen, wobei alle Schulen immer das gleiche Gericht bekommen. Und zwar schon am Tag, bevor es dann in den Mensen serviert wird. Bis zu 370 Portionen gehen jeweils an unseren Campus.

Während Herr Wewer und Frau Ernst, die Office Managerin, uns durch die Küche führen, bereiten die Köch*innen gerade in riesigen verschließbaren Kochbecken Chili con Carne und als Alternative die vegetarische Variante Chilli sin carne zu. 250 kg Bio- Rinderhackfleisch sowie Bohnen und Mais werden dafür verwendet, dazu kommen beim Auffüllen Nudeln, die jetzt noch in Tüten einen ganzen Rollwagen befüllen. Zum Umrühren der Bohnen und Mais greifen die Köch*innen zu riesigen Rührbesen und Schöpfkellen.

Wünsche der Kinder: Was geht und was nicht geht

Was es an den Schulen zu essen gibt, überlegen sich die Küchenchefs Herr König und Herr Winter schon zwei bis drei Wochen, bevor ein neuer Monat beginnt und der neue Essensplan veröffentlicht wird. Das muss so früh geschehen, damit die Einkaufsliste erstellt und alle Zutaten rechtzeitig bestellt und angeliefert werden können, erklärt uns Herr Wewer. Bei einer neuen Lieferung stehen sechs vollbepackte Rollwagen an Lebensmitteln in der Küche, die dann erst einmal sortiert und eingeräumt werden müssen. 40 SECONDS BERLIN bezieht die Zutaten von fünf bis sechs Partnern in Berlin und Umland, Gemüse kommt schon klein geschnibbelt in der Großküche an.

Bei der Auswahl der Lebensmittel achtet 40 SECONDS BERLIN insbesondere auf saisonale und regionale Kost. „Wir gucken, dass wir immer das Gemüse nehmen, das gerade Saison hat“, so Herr Wewer. Das Küchenteam verarbeite für das Schulessen überwiegend Produkte aus biologischem Anbau und ökologischer Tierhaltung – alles erzeugt ohne Hilfe von Gentechnik. Der Fisch kommt aus nachhaltigem Wildfang und verantwortungsvoller Zucht, heißt es.

Das Zubereiten des Schulessens nimmt einen ganzen Tag in Anspruch, erzählt uns Herr Wewer. Die Frühschicht in der Küche beginnt um 7 Uhr, etwas später kommen die Spülkräfte und um 16:30 Uhr die zwei Fahrer, die das auf unter 4 Grad Celsius heruntergekühlten Essen an die Schulen ausliefern. 20 Bleche in mit Plastikfolie umwickelten Rollwagen sind es jeweils für die rund 300 Kinder am Campus, die das Essensangebot in Anspruch nehmen. Kurz nach Mitternacht haben die Fahrer die letzte Schule auf ihrer täglichen Runde beliefert. Dann haben die Köch*innen ihre Küche schon längst selbst geputzt.

Abwechslung auf dem Speiseplan

Ein Blick auf den Essensplan zeigt: Montag ist der Suppentag, dienstags und manchmal mittwochs gibt es üblicherweise auch Fleischgerichte, Donnerstag ist Veggie Day und Freitag ist ganz klassisch Fischtag. In den Schulmensen können die Kinder und Jugendlichen auf ausliegenden Feedback-Zetteln ihre Meinung zum Essen mitteilen und auch Essenswünsche äußern. Häufig wünschen sich die Schüler*innen Reibekuchen mit Apfelkompott, berichtet uns Herr Wewer. Aber auch Döner, Pizza, Burger, Nudeln oder auch Möhreneintopf tauchen auf den Wunschzetteln auf.

„Wir achten darauf, dass das Schulessen abwechslungsreich und lecker ist, und wir versuchen immer, die Wünsche der Schüler*innen umzusetzen“, sagt Herr Wewer. Aber nicht jeden Wunsch der Kinder kann 40 SECONDS BERLIN erfüllen, denn das Schulessen soll auch gesund sein. Deswegen kommt beispielsweise kein oder nur sehr wenig Zucker ins Essen. 40 SECONDS BERLIN muss sich streng an die Vorgaben des „DGE Qualitätsstandards für die Schulverpflegung“ halten. Döner, Pizza, Pommes oder Sushi können auch in Zukunft nicht umgesetzt werden. Den besten Qualitätsnachweis für ihr Essen liefert die 40 SECONDS-Mitarbeiter*innen selbst: Sie essen jeden Tag selbst die Gerichte, die sie für die Schulen herstellen.

Und es gibt noch etwas, das der Caterer unbedingt beachten muss: Er muss wirtschaftlich arbeiten. Das heißt, er muss nach Einkauf der Lebensmittel noch genügend Geld übrigbehalten, um die Miete für die Küche, die Stromkosten, anfallende Gebühren und die Gehälter für alle Mitarbeiter*innen (Köchi*innen, Spülkräfte, Fahrer, Ausgabekräfte in den Schulküchen u.a.) bezahlen zu können. „4,36 Euro pro Schulessen bekommen wir vom Berliner Senat und davon müssen wir alles bezahlen“, erklärt Herr Wewer. Im Durchschnitt dürfe ein Essen in der Herstellung daher nur 1 bis 1,20 Euro kosten, damit es sich für 40 SECONDS BERLIN rechnet. 

Und was passiert mit den Essensresten?

„Essensreste müssen wir leider aus Gründen der Hygiene wegwerfen, weil vorher die Kühlkette unterbrochen wurde“, sagt Herr Wewer. „Aber jeden Donnerstag kochen wir aus übrig gebliebenen Zutaten um die 100 Portionen Suppe, die ‚Hertha hilft‘ an Obdachlose verteilt.“

Brd

Wann tanzt und singt HeartGlobal mit uns am Campus?

Es wird eines der Highlights im nächsten Schuljahr werden: HeartGlobal (ehemals Young Americans) kommen wieder an unsere Gemeinschaftsschule. Sie werden mit den Schüler*innen der Grund- und Mittelstufe einen Musik- und Performance-Workshop durchführen. Höhepunkt wird eine Aufführung mit allen Beteiligten im hoffentlich vollgepackten Fontanehaus sein. Aufgrund der Corona-Situation wird das eigentlich für den September geplante Spektakel jedoch nochmal verschoben.

SCHNIPSEL: Frau Fuchs, alle am Campus reden nur noch von HeartGlobal – wer oder was ist das eigentlich?

Frau Fuchs: HeartGlobal ist eine Gruppe von Musical-Studierenden aus aller Welt, die zusammen durch ganz Europa reisen und Workshops an Schulen, Einrichtungen etc anbieten.

SCHNIPSEL: Warum holen Sie diese Gruppe an den Campus und wie lange arbeiten Sie schon am Projekt?

Frau Fuchs: Vor über 10 Jahren hatten wir das Projekt schon einmal an der Schule, nur dass sie anders hießen: Young Americans. Damals haben die 7.-10 Klassen gemeinsam auf der Bühne gestanden. Ein paar von uns älteren Kolleg*innen wie Herr Claus und Frau Lalasziewicz haben miterlebt, wie es die jungen Tänzer*innen mit unglaublich viel Freude, Power und Engagement geschafft haben, wirklich ALLE mitzureißen und zum Mitmachen zu bewegen. Selbst zunächst unwillige Schüler*innen standen am Ende mit auf der Bühne und haben aus vollstem Herzen getanzt und gesungen. Die Schüler*innen sprachen noch lange von dem Erlebnis und sangen die Lieder.

Vor etwa drei Jahren erinnerte ich mich wieder an dieses unglaubliche Erlebnis und stellte es dem Kollegium vor, die sofort begeistert von der Idee waren. Es war auch schnell klar, dass nicht nur ein paar Klassen, sondern die gesamte Schule gemeinsam teilnehmen sollte. Die Planungen und Vorbereitungen gingen also schon vor etwa drei Jahren los.

SCHNIPSEL: Was konkret wird HeartGlobal bei uns machen?

Frau Fuchs: Sie werden mit uns an zwei Tagen eine Show einstudieren (sowohl Tanz als auch Gesang), die wir dann alle zusammen so richtig professionell auf die Bühne bringen werden. Dafür haben wir das Fontanehaus im Märkischen Viertel gemietet.

SCHNIPSEL: Das ist sicherlich alles sehr teuer: Wer bezahlt das alles?

Frau Fuchs: Einen großen Teil des Geldes können wir zum Glück durch Spenden finanzieren. Der fehlende Betrag wird dann von den Schüler*innen bezahlt. Jeder Schüler und jede Schülerin muss 25 Euro für die beiden Workshop Tage und die große Abschlussaufführung bezahlen. Jede Familie kann für die Abschluss-Show Eintrittskarten bekommen, die nichts kosten werden.

SCHNIPSEL: Wann kommt HeartGlobal zu uns?

Frau Fuchs: Es war geplant, dass die HeartGlobal im September 2022 zu uns kommen. Leider musste der Termin jetzt aufgrund der Corona-Situation verschoben werden. Wir haben aber zum Glück einen der wenigen freien Termine bekommen, so dass wir ganz fest davon ausgehen, dass wir im November 2023 endlich tanzen und singen dürfen.

Vielen Dank für die Antworten, Frau Fuchs.

Brd

Königinnen-Mord am Campus

Die Campus-Bienen gibt es schon über ein ganzes Jahr lang. Den ersten Winter haben sie gut überstanden. Inzwischen sind es drei Stöcke bzw. Bienenvölker. Jeder Stock hat seine Königin. 

Vor ein paar Wochen gab es im ersten Stock drei Weiselzellen (Weisel = Bienenkönigin). Das sind Töpfchen, in denen die amtierende Bienenkönigin ein Ei legt und die Ammenbienen Gelee Royal ansetzen. Schlüpfen aus mehreren Töpfchen neue Bienenköniginnen, tötet die als erstes geschlüpfte Königin die anderen. Bienen-Königinnen werden vier bis fünf Jahre alt, Arbeiterinnen nur etwa 35 Tage alt.

Weil das Volk danach in Schwarmstimmung war, entstand der dritte Bienenstock am Campus. Das darin lebende Bienenvolk entwickelt sich gut. Zum Schutz gegen die Varoamilbe wird es ebenso wie die anderen mit Oxalsäure behandelt. Die Milben sind sehr gefährlich für Bienen, weil sie deren Körperteile auffressen.

Wenn Bienen sich verständigen, dann  tanzen sie. Das Fachwort dafür heißt sterzeln. Das Sterzeln hatten wir zum Beispiel beim Einzug der ersten beiden Bienenvölker am Campus beobachtet

Mehr Bienenstöcke bedeutet auch mehr Honig. “Fleißige Bienen machen leckeren Honig”, sagt Frau Gefeller. Das erste Honigschleudern brachte 7 Kilogramm Honig. Die neun Schüler*innen der Bienen-AG haben ihr Zertifikat für ihr Wissen über die Bienen und ihre Lebensform sowie für ihre Unterstützung der Imkerinnen bei der Pflege der Bienen bekommen.

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Autorin: Yuna

Welcome to Mondria City!

Vielleicht habt ihr’s schon entdeckt: In der Vorhalle werden seit Neustem die Kunstwerke und englische Texte aus drei Klassen ausgestellt. Die 456a, 456d und 456g haben im Kunstunterricht den Künstler Piet Mondrian kennengelernt und sich von ihm inspirieren lassen. Sie haben eigene Städte im mondrianschen Stil entworfen und im Englischunterricht dazu phantasievolle Texte geschrieben. Wer es in diesem Schuljahr nicht mehr in die Vorhalle schafft, kann hier eine Auswahl bestaunen! Aber keine Sorge! Nach den Ferien bleibt die Ausstellung noch eine Weile hängen. Schaut es euch an, es lohnt sich!

Gotham City

The name of my city is Gotham City. In the middle of my city is a big park. My city doesn’t have streets because we fly to the shops and houses. In the right bottom is Batman’s house. And in the bottom left I have a mosque. Over the mosque are houses. A lot of people live there. 

Gotham City by Taylan

In my city there are many shops. In the left corner I have a shopping mall. The shopping mall is the biggest in the universe. My city is in the future. We don’t have schools because we learn online. In the right corner are houses and more shops. To the left of the park is a lake. Many people swim every day. Over the lake we have a police station and a fire station. We have a zoo because we all love animals. And we have an ocean. It is amazing. 

My city is not on the earth. My city has a big farm. There, we harvest food and bread and vegetables. Around the farm is a rain producer. We have a cinema. There we can watch films that are not shown in other cinemas. 

In my city we have every year 1 million tourists. And we have 1,000 hotels. In my city live animals that can speak. And this is awesome. We have a shop where we can eat food that only exists in Gotham City. 100 million people live in Gotham City. 

And in the left corner is my house. There is a library. Next to the library is a church. In front of the church we have a game shop only for kids. And a shop where you can buy kids that are adopted. Under there is an animal shop in which you can buy all animals that you want. 

In my city we have bus stops, subways and trains. The subway line is bigger than in New York. In the subway we have shops that are so small. We have a city plan. And that is so big. We are a capital. 

Autor: Taylan

Pineapple City

The name of my city is Pineapple. In my city there is a big house in the middle. In the left corner is a building. Above the building is a field. My favorite place is the cinema, because there are interesting movies. On the left side is a street with a crossing. In the bottom you can see a hospital that is next to a shopping mall. The shopping mall has 10 windows. The right side has a beautiful lake and three benches around it. My city also has a large skyscraper. It is the largest in my city. In the right corner there is a bakery. In the bakery they have delicious bread and more. My city has a playground and a park. What I like about my city is the library. My city is fun.

Pineapple City by Chelsey

Autorin: Chelsey

Old Shops

The name of my city is Old Shops. In my city there is a big supermarket. In the middle there is a mosque. On the left side of the supermarket there is a lake. There is a bridge over the lake. Around the mosque there is a street. In the right corner there is a very big mall. On the left side of the mall is a McDonald’s. In the front are two houses. In the left corner is a car wash. 

Next to my city is Rainbow City. In front of the car wash is a school. My city is not so big. Behind my city is Jaden City. Behind the houses there is a very cool playground.

Old Shops by Eliz

In the houses you can see a library. In front of my city is Skyfield. My favorite place in the city is the cinema. The cinema is in the left corner.

Autorin: Eliz

Luck Town

The name of my town is Luck Town. In the middle of my town there is a big casino. In my town there are a lot of hotels. The first hotel is in the right top corner of the casino. In my city there are 8 more hotels. Behind the casino is my mansion. In my city there are four kebab shops. In the right corner of my town are 30 houses. Under my mansion there is a base of Area Fifty One. Under the smallest kebab shop is a defense hall.

Luck Town by Jarik

Autor: Jarik

Sli

Podcast: Schüler*innen kommen auf den Geschmack

Über Geschmack lässt sich gut streiten. Das gilt auch beim Essen. Schüler*innen der Lerngruppe 456b haben mit Herrn Giebner und Kjell einen Podcast zum Thema Essen erstellt. Darin sprechen und diskutieren sie über Kochen, Kosten, Esskultur und vieles mehr.

Dieses Essen haben die Schüler*innen der 456b sich selbst gekocht.

Geht es ihnen beim Essen mehr um Quantität oder um Qualität? Bevorzugen sie Fast Food, gehen sie eher ins Restaurant oder gehen kochen sie lieber selbst? Kann oder sollte man Insekten essen? Wie schmeckt ihnen das Schulessen? Wer sollte in der Familie kochen? Und wann benutzen sie Besteck? Diese und weitere Fragen beantworten die Schüler*innen teilweise auf ganz unterschiedliche Weise.

Hört euch die fünf Teile der Podcast-Folge der 456b übers Essen an:

Teil 1 des Podcasts über Essen
Teil 2 des Podcasts über Essen
Teil 3 des Podcasts über Essen
Teil 4 des Podcasts über Essen
Teil 5 des Podcasts über Essen

Dabei geben sie nicht bloß ihren Senf zum Thema dazu, sondern diskutieren im Rahmen einer AG über das Essen. Ziel der Podcast-AG im vergangenen Schuljahr war es, den Schüler*innen das Medium Podcast näherzubringen und ihre Medienkompetenz zu stärken. Außerdem sollen die Schüler*innen so das Argumentieren und freie Sprechen üben.

Brd

Die SCHNIPSEL-Redaktion besucht den Tagesspiegel

Wie wird man Journalist*in? Wie arbeiten Journalist*innen und welche Fähigkeiten müssen sie mitbringen? Mit diesen und weiteren Fragen im Gepäck haben die Kinder der SCHNIPSEL-AG kurz vor den Sommerferien die Redaktion des Tagesspiegel besucht. Dort stand ihnen Frau Nieder, die beim Tagesspiegel Journalismus für Kinder und mit Kindern macht, Rede und Antwort. Sie führte die Schüler*innen anschließend durch die Redaktionsräume der Tageszeitung.

Die SCHNIPSEL-Redakteur*innen stellten Frau Nieder ihre Fragen über die Arbeit als Journalistin.

„Wenn du viel Geld verdienen möchtest, dann werde kein Journalist.“ Das war die erste, ernüchternde Empfehlung von Frau Nieder. Zumindest nicht bei einer Tageszeitung, denn viele der täglich erscheinenden Blättern kämpfen um ihre Existenz. Das hat unter anderem mit dem Internet und damit zu tun, wie sich junge Menschen heute informieren, so Frau Nieder. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene schauen eher bei Instagram und Youtube rein als bei einer Tageszeitung. Dabei bietet gerade der „Kinderspiegel“ im Tagesspiegel die Informationen, die beispielsweise für Referate in der Schule nützlich sind.

Nicht viel Geld, sondern die Abwechslung und Spannung machen den Job als Journalist*in attraktiv: „Der Beruf macht viel Spaß und wird nie langweilig“, berichtet Frau Nieder. „Man lernt immer neue Sachen kennen.“ Eine gute Journalistin muss informieren und zudem Geschichten erzählen wollen, die Leser*innen spannend finden, sowie Dinge herausfinden wollen. „Rerum Cognoscere Causas“ lautet das am Eingang des Tagesspiegel-Gebäudes angebrachte Motto. Übersetzt heißt das: „Den Dingen auf den Grund gehen.“ 

Der Arbeitsplatz von Frau Nieder, die die “Kinderspiegel”-Seite betreut.

Dazu gehört auch, mit allen betroffenen Parteien über ein Thema zu sprechen. „Wir Journalist*innen schaffen Klarheit“, sagt Frau Nieder. „Wir können in einem Artikel belegen, dass wir alle Seiten nach ihrer Sichtweise gefragt haben.“ Gleichzeitig hat der Tagesspiegel das Ziel, mit seinen Beiträgen und Seiten Haltung zu zeigen und für demokratische Werte einzustehen. „Wir wollen klarmachen, dass in unserer Gesellschaft alle mitmachen können und alle gleichberechtigt sind.“ Diesen Auftrag haben übrigens auch Lehrer*innen.

Bei einer Tageszeitung müssen die Journalist*innen schnell sein, damit die Artikel auch in die nächste Druckausgabe kommen. Mittlerweile arbeiten Journalist*innen im Schichtbetrieb quasi rund um die Uhr – der Tagesspiegel hat eine Früh- und eine Spätausgabe und für den am frühen Morgen erscheinenden Tagesspiegel-Newsletter Background schreiben die Redakteur*innen sogar nachts. Frau Nieder, die seit dem Jahr 2000 die Seite „Kinderspiegel“ betreut, kann es gelassener angehen – Hauptsache, die Seite wird an jedem Freitag fertig.

Blick in den Newsroom des Tagesspiegel.

Themen findet Frau Nieder nach eigener Aussage immer. Sie schreibt über das, was saisonal anliegt und was aktuell Wichtiges in der Welt passiert sowie über spannende Dinge, die ihr andere vorschlagen. Nur eine gute Rätselfrage für die Kinderseite fällt ihr manchmal nicht sofort ein, berichtet sie. 

Und wie wird man Journalist*in? Man braucht das Abitur und muss frühzeitig Erfahrungen in dem Bereich sammeln, so Frau Nieder. Praktika bekommen beispielsweise meist nur die, die schon schreiben können oder schon für andere Zeitungen geschrieben haben – eine Mitarbeit bei einer Schüler*innen-Zeitung ist da ein guter Anfang. Nach dem Abi kann man sich bei einer Journalistenschule bewerben oder an einer Universität studieren. „Am besten ein Fach, das euch besonders interessiert“, so der Tipp von Frau Nieder. Sie selbst hat früher Anglistik und Russistik studiert.

Freudensprünge nach dem Besuch in der Tagesspiegel-Redaktion.

Die Schüler*innen der SCHNIPSEL-Gruppe hatte sich vor dem Besuch die Fragen überlegt, die sie Frau Nieder stellen wollten. Nach dem Besuch in der Tagesspiegel-Redaktion tobten sich die Kinder noch auf einem Spielplatz in der Nähe aus und belohnten sich mit einem Eis. Und dann ging es auch schon wieder zurück in die Schule.

Die Belohnung nach der ganzen Arbeit.

Brd