Die Vor- und Nachteile der offenen Lernetage

An der offenen Lernetage scheiden sich die Geister: Manche mögen sie, andere lehnen sie ab. Aber warum gibt es sie eigentlich? Und was sind die Vor- und Nachteile der offenen Lernetage im Vergleich zu geschlossenen Klassenräumen? Das erkläre ich hier.  

Bis vor ungefähr 10 Jahren gab es überall an der Hannah Höch nur geschlossene Klassenzimmer. Dann jedoch wurden in Haus 1 in den A-, B- und C-Lerngruppen der Grundstufe die Türen und Wände der Klassenräume entfernt. Dadurch entstand ein großer Raum über die gesamte Etage. Mit Schränken und leichten Trennwänden wurde für jede Lerngruppe ein eigener Bereich abgegrenzt — aber eben ohne Tür und ohne massive Wände.

Die offene Lernetage 456er am Campus Hannah Höch.

Die offene Lernetage wurde eingeführt, weil es vorher einen sehr großen Gang auf der Etage gab und so viel Platz nicht zum Arbeiten und Lernen genutzt wurde. Das erzählt mir Frau Pundt, die schon lange als Erzieherin am Campus arbeitet und zurzeit die 456a betreut. Außerdem könnten Klassen auf der offenen Lernetage besser zusammenarbeiten. Wenn zum Beispiel Klasse A ein Quiz veranstaltet, kann Klasse B ganz einfach mitmachen. Oder alle Lerngruppen auf der Etage machen gemeinsam eine Stationenarbeit und jede Gruppe bereitet eine Station für die anderen vor.

Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, dass wir uns mit allen Lerngruppen regelmäßig auf der Etage trafen und Kinder Gedichte vortrugen oder Bücher vorstellten. Das ist jetzt wegen Corona nicht möglich.

Aber was ist besser: offene Lernetage oder geschlossene Klassenräume? Ich habe für die offene Lernetage folgende Vor- und Nachteile gefunden:

Die Vorteile der offenen Lernetage

  • Alle Lerngruppen auf der Etage können bei bestimmten Themen zusammenarbeiten.
  • Man hört, wenn jemand auf die Etage kommt.
  • Die Lehrer dürfen/können nicht schreien.
  • Zwischen den Stunden hat man gleich Kontakt zu den anderen Klassen/Kindern.
  • Man kann in den Pausen immer in den Lerngruppenraum gehen.
  • Man bekommt sehr viel mit. 

Die Nachteile der offenen Lernetage

  • Es ist schnell laut, wenn es in den Nebenklassen unruhig ist.
  • Man lässt sich manchmal schnell ablenken.
  • Sachen könnten in einem unbeobachteten Moment aus den Taschen gestohlen werden, denn es gibt keine abschließbaren Türen oder Schließfächer.
  • Andere Leute schauen im Vorbeigehen meistens in die Klassen rein. 
  • Man sieht, wenn jemand im gemeinsam genutzten Bereich der Lernetage arbeitet.
Psst! Es ist gerade Unterricht auf der offenen Lernetage.

Wie man sieht, gibt es viele Vor- und Nachteile der offenen Lernetage. Ich kenne dieses Konzept schon länger und finde das Lernen in der offenen Lernetage besser als in einem geschlossenen Klassenraum — da sieht man sich einfach mehr und trifft sich häufiger. Allerdings ist es da wirklich oft sehr laut.

Und was meint ihr? Besprecht es doch in euren Klassen oder mit euren Freunden auf dem Schulhof!

Autorin: Dilara-Josefine (456b)

Entwerft ein Logo für die Schüler*innen-Zeitung!

Wir starten eine Schüler*innen-Zeitung am Campus Hannah Höch! Einen Namen für die Zeitung haben wir schon: „SCHNIPSEL“. Jetzt suchen wir noch ein Logo und rufen dafür einen Wettbewerb unter allen Schüler*innen der Grundstufe und Mittelstufe aus. Macht mit! Die ersten Entwürfe sind schon bei uns eingegangen.

Aufruf zum Logo-Wettbewerb für die Schüler*innen-Zeitung SCHNIPSEL

Seid kreativ! Witz und Mut zum Experiment sind sehr willkommen! „Professionell“ oder perfekt müssen eure Entwürfe dagegen nicht sein, denn es geht erstmal um eine Ideen-Sammlung. Die eingereichten Ideen werden dann im Kunstunterricht bei Frau Lange und Herrn Sudhues (auch “Herr Max” genannt) weiterentwickelt und später den Schüler*innen zur Abstimmung vorgelegt. Es soll ja eure Schüler*innen-Zeitung werden.

Viele Schnipsel ergeben ein Bild

„SCHNIPSEL“ spielt übrigens auf die Künstlerin und Namengeberin unserer Gemeinschaftsschule an: auf Hannah Höch. Sie setzte unter anderem Bilder aus vielen verschiedenen Schnipseln und Teilen zusammen und zeigte dadurch, dass es ganz viele verschiedene Blickwinkel oder Standpunkte gibt. Der Name steht so auch für das Sammelsurium eurer Themen, Ideen und Ansichten und für die Vielfalt am Campus. Eure Beiträge für die Schüler*innen-Zeitung sind wie Schnipsel, die ein Gesamtbild ergeben.

Für euren Logo-Entwurf überlegt: Wie kann das Wort „SCHNIPSEL“ zeichnerisch oder typographisch umgesetzt werden, so dass es Aufmerksamkeit erregt und in Erinnerung bleibt?

So reicht ihr euren Logo-Entwurf ein

Bitte reicht Eure Entwürfe auf Papier oder digital als E-Mail-Anhang bei Herrn Brodersen, Lehrer in der Grundstufe oder Herrn Sudhues (auch „Herr Max“ genannt) ein.

  • Abgabe bei Herrn Brodersen: Entwurf in sein Fach im Mitarbeiter*innenbereich in Haus 1 legen lassen oder als E-Mail-Anhang an bjoern.brodersen@campus-hannah-hoech.de senden
  • Abgabe beim Kunstlehrer Herr Sudhues (Herr Max): Entwurf in seine Fächer im Mitarbeiter*innenbereich Haus 1 oder Haus  5 legen lassen oder als E-Mail-Anhang an max.sudhues@campus-hannah-hoech.de senden

Alle Informationen zum Logo-Wettbewerb könnt ihr auf einem Poster nachlesen, das Herr Sudhues erstellt und an alle Lerngruppen der Schule hat. Hier könnt ihr das Poster als PDF-Datei öffnen:

Eine Abgabefrist gibt es noch nicht, denn noch lernen ja pandemiebedingt viele Schüler*innen zu Hause. Wir möchten euch aber schon zum Nachdenken über ein geeignetes Logo anregen und fangen auch schon an, erste Entwürfe einzusammeln.

Wer macht bei der Schüler*innen-Zeitung mit?

Neben dem Logo suchen wir übrigens noch ein festes Redaktionsteam für die Schüler*innen-Zeitung, das regelmäßig nach neuen Themen am Campus sucht, über Events in der Schule berichtet sowie nach und nach die weiteren Aufgaben für den Betrieb der Schüler*innen-Zeitung übernimmt. Habt ihr Lust mitzumachen? Dann meldet euch gerne jetzt schon bei Herrn Brodersen. 

In Kürze lest ihr in einem anderen Artikel mehr darüber, wie ihr bei der Schüler*innen-Zeitung mitmachen und was ihr dort alles machen könnt.

Wie erscheint die Schüler*innen-Zeitung?

Die Schüler*innen-Zeitung des Campus Hannah Höch ist eine Online-Zeitung. Das heißt, die Artikel können jederzeit kostenfrei auf dem Handy, am Laptop oder am PC gelesen werden. Dazu gebt ihr auf eurem Gerät in der Adressleiste des Browsers den Link www.campus-hannah-hoech.de/schuelerinnen-zeitung/ ein oder ihr ruft die Homepage der Schule auf und öffnet dort unter der Rubrik „Wissenswertes“ den Punkt „Schüler*innen-Zeitung“.

Frau Maisch: Aktiv für ein prima Klima

Frau Maisch ist als Schülerin gern zur Schule gegangen. Nicht unbedingt, weil sie so gern lernte, sondern vor allem weil sie die Schule als Ort des Treffens und Miteinanders schätzte. Jetzt kümmert sie sich mit dem Treffpunkt-Team des Trägers Aufwind e.V. darum, dass sich die Schüler*innen am Campus Hannah Höch wohl fühlen.

Wichtig für ihren Job, diejenigen zu unterstützen, die es wünschen oder brauchen: für alle ein offenes Ohr zu haben und Zwischentöne heraushören zu können. Im Interview ist sie jetzt aber dran mit dem Erzählen.

Frau Maisch hat immer für alle ein offenes Ohr.

Was machen Sie am Campus, Frau Maisch?

Ich bin Schulsozialarbeiterin am Campus. Man findet mich meistens im Treffpunkt oder irgendwo zwischen Haus 1 und Haus 5.

Warum sind Sie Schulsozialarbeiterin geworden?

Weil ich selbst sehr gern zur Schule gegangen bin, aber für mich dort das Lernen nie so wichtig war wie alles andere drumherum. Meine Freund*innen treffen, Aktivitäten machen, Interessen ausleben, … einen Ort für Schüler*innen schaffen, an dem sie sich wohl fühlen und ihre Themen mit im Vordergrund stehen – das war und ist mein Ziel.

Was war bislang Ihr lustigstes Erlebnis am Campus?

Das ist schwierig zu sagen. Es sind meistens Momente, in denen alle gemeinsam, also Schüler*innen und das Treffpunkt-Team, zusammen lachen.

Wie waren Sie als Schülerin?

Ich hatte mittelmäßige Noten, war immer gern am reden und bin für Gerechtigkeit aufgestanden – oder das, was ich dafür hielt.

Was war für Sie als Schülerin Ihre schlechteste Note und in welchem Fach?

Ich hab einmal eine 6 in Chemie geschrieben.

Was tun Sie gern, wenn Sie nicht in der Schule sind?

Vieles: Freund*innen treffen, reisen, entspannen, lecker essen, im Chor singen und noch mehr.

Warum der Campus?

Mir gefällt, dass der Campus so bunt ist. Auf dem Gelände, mit den Menschen, Schüler*innen und Kolleg*innen, fühle ich mich wohl und komme jeden Tag gern her!

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Maisch.

Die Fragen an Frau Maisch entwickelte Jan-Leon (M6) für die Schüler*innen-Zeitung.

Unsere Lehrer*innen: Herr Koch, der Tackler

Herr Koch gibt gern den Harten: In seiner Freizeit spielt er Rugby. Da tackelt er die Gegenspieler, um sie nicht durchbrechen zu lassen. In der Schule kümmert er sich auch ums Sportliche, geht aber ganz einfühlsam andere Probleme an: Er unterrichtet unter anderem Sport in der Grundstufe am Campus Hannah Höch.

Pandemiebedingt lief der Sportunterricht zuletzt über Trainingspläne für zu Hause, doch für die Schüler*innen der Lerngruppen 123 geht in Kürze der Präsenzunterricht wieder los. Dann bringt Herr Koch sie draußen, in der Sporthalle oder auch in den Lerngruppenräumen wieder in Bewegung.

Im August startet Herr Koch an der Mittelstufe in den Vorbereitungsdienst (Referendariat).

Welche Fächer und Klassen unterrichten Sie, Herr Koch?

Im Moment unterrichte ich fast nur Sport. Ich bin aber auch in anderen Fächern wie Mathe, Deutsch oder Englisch als zweiter Lehrer mit dabei. Später werde ich auch Spanisch unterrichten.

Martin Koch, Lehrer am Campus Hannah Höch
Herr Koch ist selbst im Norden Berlins aufgewachsen.

Warum sind Sie Lehrer geworden?

Ich hatte, als ich Schüler war, einige sehr gute Lehrer, die große Vorbilder für mich waren. Deshalb wollte ich einmal selbst Kinder und Jugendliche unterrichten und ihnen den Spaß am Lernen und dem Sport vermitteln.

Was war bislang Ihr lustigstes Erlebnis im Unterricht?

Im Unterricht und in den Pausen erlebe ich jeden Tag lustige Begebenheiten. Eines der lustigsten Erlebnisse ist auf einer Kursfahrt passiert, als einer meiner Snowboard-Schüler im tiefen Schnee stürzte und für einen kurzen Moment völlig verschwand. Als er unverletzt wieder “auftauchte”, lachte der Schüler mit dem ganzen Kurs herzhaft.

Wie waren Sie als Schüler?

Ich war ein fröhlicher Schüler und hatte viel Spaß in der Schule, natürlich auch außerhalb des Unterrichts.

Was war Ihre schlechteste Note als Schüler und in welchem Fach haben Sie sie bekommen?

Die schlechteste Note auf dem Zeugnis war eine 4 und ich hatte sie in Chemie. Das Fach hat mir eigentlich Spaß gemacht, besonders die Experimente. Glücklicherweise sahen die Noten in Bio und Physik ein Bisschen besser aus und so konnte ich Chemie dann später abwählen.

Wie erleben Sie es, Schüler*innen zu bewerten?

Das Bewerten fordert mich heraus, da ich jeder Schülerin und jedem Schüler möglichst gerecht werden und fair bewerten möchte.

Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht in der Schule sind?

In meiner Freizeit spiele ich in einer Vereinsmannschaft Rugby. Das ist eine Ballsportart mit viel Körpereinsatz, bei der ein ovaler Ball hinter dem gegnerischen Spielfeld abgelegt werden muss, um Punkte zu erzielen. Erlaubt ist es, den Ball zwar nach vorne zu tragen, aber nur nach hinten zu passen.

Was gefällt Ihnen an unserer Schule? Warum haben Sie sich für die Hannah Höch entschieden?

An der Schule gefällt mir besonders die Vielfalt, die hier gelebt wird. Ich bin selbst im Norden Berlins aufgewachsen und fühle mich hier sehr wohl.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Koch.

Den Fragebogen für Lehrer*innen entwickelte Jan-Leon (M6) für die Schüler*innen-Zeitung.

Unsere Lehrer*innen: Frau Trümper kommt im Doppelpack

Was sie später beruflich machen wollte, wusste Frau Trümper schon, als sie noch zur Grundschule ging: als Grundschullehrerin arbeiten. Jetzt unterrichtet sie an der Grundstufe des Campus Hannah Höch und kommt nicht allein. Immer mit dabei ist Bruno, ihr Schulhund. Den stellen wir noch in einem anderen Beitrag näher vor. Hier lernen wir jetzt erst einmal Frau Trümper näher kennen.

Welche Fächer und Klassen unterrichten Sie, Frau Trümper?

Ich bin Klassenlehrerin der 123e und unterrichte dort Deutsch, Sachunterricht und Musik.

Anja Trümper, Lehrerin am Campus Hannah Höch
Anja Trümper unterrichtet in der Grundstufe der Gemeinschaftsschule.

Warum sind Sie Lehrerin geworden?

Ich hatte selbst eine tolle Grundschullehrerin. Sie war sehr lustig und hatte immer gute Laune. Da habe ich beschlossen, dass ich auch Grundschullehrerin werden möchte. Das war auch wirklich schon in der Grundschule.

Was war bislang Ihr lustigstes Erlebnis im Unterricht?

Da gab es sehr viele lustige Momente und Gespräche. Leider habe ich mir nichts davon aufgeschrieben. Das wollte ich immer mal tun! Lustig ist es immer, wenn ich etwas im Kreis vorbereite und ein Tuch darüberlege und mein Hund Bruno kommt und zieht das Tuch einfach weg oder legt sich mitten darauf. Ich schimpfe dann zwar mit ihm, aber die Kinder finden es immer sehr lustig. 

Schulhund Bruno
Immer mit dabei: Schulhund Bruno

Bruno ist übrigens ein Schulhund, der jetzt immer über den Campus strolcht. Bruno verbreitet immer gute Laune und hilft einigen Kindern sehr, sich besser zu konzentrieren oder einfach mehr Spaß an der Schule zu haben.  

Wie waren Sie als Schülerin?

Ich glaube, ich war eher ein liebes, ruhiges Mädchen und habe mich nicht getraut, mal Quatsch zu machen! Leider! Manchmal ist Quatschmachen doch auch sehr lustig. Trotzdem hatte ich eine sehr schöne Schulzeit.  

Was war Ihre schlechteste Note als Schülerin und in welchem Fach haben Sie sie bekommen?

In Mathe habe ich leider auch mal eine Vier oder Fünf bekommen! 

Wie erleben Sie es, Schüler*innen zu bewerten?

Ich bin sehr froh, dass ich in der Hannah-Höch keine Zensuren geben muss. Ich finde, man sollte Schüler*innen nicht vergleichen, sondern immer gucken, welche Fortschritte jeder für sich in unterschiedlichen Bereichen macht. Ich glaube, dass die beste Motivation zum Lernen der Erfolg ist, und ich möchte meinen Schüler*innen ihre Erfolge immer bewusst machen. Jeder hat dabei Stärken und Schwächen! Das finde ich ganz normal. 

Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht in der Schule sind?

Ich gehe gerne mit Bruno im Wald spazieren. Im Sommer sitze ich in meinem Hängestuhl im Garten – einfach die Seele baumeln lassen. Ich reise auch sehr gerne. Hoffentlich klappt das bald wieder!

Was gefällt Ihnen an unserer Schule? Warum haben Sie sich für die Hannah Höch entschieden?

Ich mag die Jahrgangsmischung sehr und mir gefällt die Atmosphäre an der Hannah Höch. Hier passiert ganz viel Gutes, und alle arbeiten daran mit, dass es uns gut geht. Die Menschen hier sind sehr offen, und ich habe mich gleich wohlgefühlt.  

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Trümper.

Den Fragebogen für Lehrer*innen entwickelte Jan-Leon (M6) für die Schüler*innen-Zeitung.

Unsere Lehrer*innen: Herr Sudhues, der Künstler

Warum ein Kunststudium nach der Schule? Weil man als kritisch denkender Schüler ständig mit andersdenkenden Lehrer*innen und Mitschüler*innen aneckte und Freiheit suchte. So war es jedenfalls bei Herrn Sudhues. Jetzt bringt er als Lehrer Schüler*innen am Campus Hannah Höch Kunst näher und hat dabei jede Menge Spaß, wie er im Interview erzählt.

Welche Fächer und Klassen unterrichten Sie, Herr Sudhues?

Seit Januar vergangenen Jahres unterrichte ich Kunst. Vom ersten bis zum zehnten Jahrgang, im Kunstpavillon Haus 4.

Max Sudhues, Künstler und Lehrer am Campus Hannah Höch
Herr Sudhues, Künstler und Lehrer am Campus Hannah Höch: Von den Schüler*innen wird er auch Herr Max genannt.

Warum sind Sie Lehrer geworden?

Ich bin eigentlich Künstler, habe im In- und Ausland ausgestellt und allerlei Erfahrungen in der Kunstszene gemacht – und habe mit den Jahren immer mehr Freude gefunden und Sinn darin gesehen, Kunst an Schüler*innen zu vermitteln und sie dafür zu begeistern. Deshalb bin ich jetzt Kunstlehrer – als Künstler.

Was war bislang Ihr lustigstes Erlebnis im Unterricht?

Eigentlich hat fast jede Unterrichtsstunde lustige Momente. Es passiert immer wieder, dass ich Tränen vor Lachen in den Augen habe, wenn die Schüler*innen über ihre Sicht auf die Welt berichten, und ich mich einfach nur alt fühle. Wenn mir von Euch mit meinem neuen Ipad geholfen wird, mit dem ich noch nicht so gut klarkomme. Wenn ich kurz auf die Schippe genommen werde, und das auch noch rotzfrech – aber man hinterher zusammen darüber lachen kann.

Wie waren Sie als Schüler?

Ich war in einigen Fächern sehr gut und sehr engagiert und in anderen dafür sehr schlecht und faul. Grauzonen gab es kaum. Ich habe jahrelang leitend die Schülerzeitung gemacht. In der Mittel- und Oberstufe war ich ein kritischer, sehr politisch orientierter Schüler und bin deswegen andauernd mit andersdenkenden Lehrer*innen und auch Mitschüler*innen aneinandergeraten. Dass ich mein Abitur im ersten Anlauf geschafft habe, ist mir immer noch ein Rätsel – aber viele Lehrer*innen waren froh, dass ich dann weg war… So kommt man schnell auf die Idee eines Kunststudiums. Das bedeutete Freiheit. Es waren aber auch andere Zeiten und Schulen.

Was war Ihre schlechteste Note als Schüler und im welchem Fach haben Sie sie bekommen?

Mathe, Mathe, Mathe, immer wieder. Das ging hin bis zu fast null Punkten, also fast einer Sechs. Damals bekamen die Eltern dann einen warnenden „Roten Brief“. Auch in Chemie, Physik und Biologie konnte ich nicht wirklich überzeugen. Sport war auch nicht so mein Ding.

Wie erleben Sie es, Schüler*innen zu bewerten?

Ich finde das Bewerten von künstlerischen Leistungen im Unterricht schwierig. Mir geht es mehr um die Entwicklung – sehe ich, dass sich die Schüler*in X im Laufe des Schulhalbjahres verbessert, präziser arbeitet? Oder sehe ich, dass Schüler*in Y gar keine Lust hat und sich denkt: Ist ja nur Kunst… ? Ich muss Euch am Ende bewerten und das tue ich ungern, aber mit genauem Blick auf die Gesamtsituation. Es kümmert mich nicht, wenn mal ein Strich daneben geht oder auch ab und zu bei manchenn gar nichts Kreatives passiert, weil wir alle ab der 5. Stunde erschöpft sind. Es geht um Anspruch und Entscheidung – nämlich Eure!

Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht in der Schule sind?

Ich gehe gerne mit Freund*innen essen, mache im Home-Studio elektronische Musik, die allerdings alle Schüler*innen hier sicher sehr langweilig finden würden, und genieße Ausstellungsbesuche und Reisen (letzteres vor und dann wieder nach Corona). Yoga wäre mal wieder angebracht, da war ich mal aktiver.

Was gefällt Ihnen an unserer Schule? Warum haben Sie sich für die Hannah Höch entschieden?

Ich mag die Idee der Gemeinschaftsschule und hoffe, wenn es denn wieder möglich ist, mehr jahrgangsübergreifende Projekte anbieten zu können. Das stärkt uns alle. Viele tolle Kolleg*innen in beiden Häusern haben mir beim Einstieg sehr geholfen, wofür ich mich herzlich bedanken möchte. Und, last but not least: Die Schüler*innen sind eine gute Mischung aus kreativen, eigenständigen, manchmal nicht einfachen, (und wie schon gesagt) rotzfrechen, aber immer liebenswerten Menschen. Wie eine Collage von Hannah Höch! Und der Kunstpavillon mit dem Blick in den Niederseilgarten ist einfach der schönste Arbeitsplatz, den man sich wünschen kann. Hoffentlich strahlt das im Unterricht auch auf Euch ab.

Vielen Dank für das Interview, Herr Sudhues.

Die Fragen an Herrn Sudhues entwickelte Jan-Leon (M6) für die Schüler*innen-Zeitung.