Was ist richtig? Was ist falsch? Und wie finde ich heraus, wie ich mich in bestimmten Situationen verhalten soll? Solche Fragen behandeln wir im Ethikunterricht.
Dabei stellten wir uns in der 10.3 jetzt auch diese Frage: Soll man Klassenkameraden die selbst gemachten Hausaufgaben zum Abschreiben geben, wenn sie danach fragen, oder nicht? Ein echtes Dilemma. Mit Hilfe der ethischen Fallanalyse haben wir das Problem gelöst.
Wie würdet ihr entscheiden?
Unser Beispielfall aus dem Ethikunterricht lautet so: „Im vorliegendem Fall handelt es sich um Emil, der von seinem Mitschüler die Hausaufgaben abschreiben will, um keinen Ärger von der Lehrerin zu erhalten. Der Fall wirft folgende ethische Leitfrage auf: Sollte der Mitschüler Emil die Hausaufgabe geben oder nicht?”
Die ethische Fallanalyse
Auf der einen Seite steht die Norm „Man soll seine Hausaufgaben erledigen“ mit dem Wert der Bildung. Auf der anderen Seite steht die Norm „Man soll seinen Mitmenschen helfen“ mit dem Wert der Hilfsbereitschaft. Aus der ersten Norm ergibt sich die Folge, dass die Mitschüler Emil die Hausaufgaben nicht geben. Folgen sie dagegen der zweiten Norm, bekommt Emil von Mitschülern die Hausaufgaben zum Abschreiben.
Ich entscheide in diesem theoretischen Fall: Ich gebe Emil die Hausaufgaben nicht zum Abschreiben. Und aus diesen Gründen handle ich so:
Die Lehrerin könnte Emil und den Mitschüler oder die Mitschülerin, der bzw. die die Hausaufgaben zur Verfügung stellen, erwischen. Dann würde alle Ärger bekommen.
Die Norm „Man soll seine Hausaufgaben erledigen“ und der Wert „Bildung“ spielen für mich die bedeutendsten Rollen. Hausaufgaben sollen einen gewissen Lerneffekt erzielen und den Schülern und Schülerinnen helfen, das Thema zu verinnerlichen.
Andere würden anders entscheiden
Einige andere Schüler und Schülerinnen meiner Klasse entscheiden in diesem Fall anders. Sie würden Emil die Hausaufgaben zum Abschreiben geben, wenn er sie danach fragt. Für sie steht die Norm „Man soll seinen Mitmenschen helfen“ im Vordergrund.
Mir hat die Ethikstunde etwas gebracht. Mit Hilfe der ethischen Fallanalyse kann ich ähnliche und andere Dilemma besser für mich lösen.
Autor: Lidovik
Die Schulsprecherinnen der Grundstufe stellen sich vor
Laetycia und Gresa sind die aktuellen Schulsprecherinnen der Grundstufe des Campus Hannah Höch. Sie vertreten alle Schüler*innen der Jahrgangsstufen 1 bis 6 mit ihren Anliegen vor der Schulleitung und leiten das Schüler*innen-Parlament. Im Interview mit den SCHNIPSEL-Redakteur*innen erzählen sie, warum sie sich als Schulsprecherinnen beworben haben, wie sie gewählt wurden und was ihre Ziele sind.
Drückt auf den Play-Button links in der grauen Leiste, um euch das Interview anzuhören.Laetycia (links) ist Schulsprecherin, Gresa ihre Vertreterin.
SCHNIPSEL: Warum gibt es Schulsprecher*innen?
Gresa: Schulsprecher*innen gibt es, damit alle auf der Schule zufrieden sind und sich wohlfühlen können, ohne mit Bauchschmerzen nach Hause zu gehen oder in die Schule zu kommen.
SCHNIPSEL: Welche Aufgaben habt ihr als Schulsprecherinnen?
Laetycia: Wir haben die Aufgabe, die Schüler*innen der Grundstufe mit ihren Anliegen zu vertreten. Wie zum Beispiel mit dem Wunsch nach einer Uhr auf dem roten Hof, auf dem man bis vor kurzem nicht wusste, wann Pausenende ist. Wir setzen uns dafür ein, Dinge an der Schule zu verbessern, damit sich alle wohlfühlen können.
SCHNIPSEL: Warum sind Schulsprecher*innen nicht erwachsen?
Gresa: Sie sind nicht erwachsen, damit wir Schüler*innen lernen, Verantwortung zu übernehmen.
SCHNIPSEL: Warum wolltet ihr Schulsprecherinnen werden?
Laetycia: Wir wollten Schulsprecherinnen werden, um die Grundstufe am Campus zu vertreten und um Dinge für die Schüler*innen zu veranstalten, etwa für die neuen Erstklässler*innen oder wie den Campus Beauty Day, an dem wir den Campus verschönert haben.
SCHNIPSEL: Wie seid ihr genau Schulsprecherinnen geworden?
Gresa: Wir waren beim Schüler*innen-Parlament, wo die Wahl der Schulsprecher*innen stattfand. Da haben wir uns zur Wahl gestellt und wurden gewählt. Wir bekamen die meisten Stimmen der Klassensprecher*innen.
Zuerst haben wir uns im Schüler*innen-Parlament vorgestellt, wer und wie wir sind, welche Eigenschaften wir haben. Ich habe gesagt, dass ich hilfsbereit bin und gut zuhören kann, wenn andere von ihren Probleme berichten möchten. Ich denke, dass ich aufgrund dieser beiden Eigenschaften gewählt wurde.
Laetycia: Ich habe bei der Vorstellung nur gesagt, wer ich bin, dass ich in der 456f in der sechsten Jahrgangsstufe bin und dass ich elf Jahre alt bin. Ich war eigentlich überrascht, als die Kinder sagten, ich sei jetzt Schulsprecherin, weil ich ja nicht viel über mich selbst gesprochen hatte. Aber ich glaube, ich wurde wegen meiner Art gewählt, wie ich da bei der Vorstellung rübergekommen bin.
SCHNIPSEL: Was ist jetzt im Moment euer wichtigstes Anliegen als Schulsprecherinnen?
Gresa: Für mich ist es das, dass wie gesagt alle gerne zur Schule kommen und sich wohlfühlen und dass es ihnen hier Spaß macht. Dass hier niemand gemobbt wird und dass unsere Schule so bunt bleibt, damit man hier ein fröhliches Lächeln im Gesicht hat.
Laetycia: Ich möchte dasselbe. Dass sich jedes Kind hier wohlfühlt, dass niemand gemobbt wird und dass es so schön bunt bleibt. Wie etwa bei der Rainbow Base.
SCHNIPSEL: Macht es euch Spaß, Schulsprecherinnen zu sein?
Gresa: Wenn man viel zu tun hat, dann macht es auch sehr viel Spaß. Aber es ist auch schön, wenn andere uns darauf ansprechen.
SCHNIPSEL: Wie viele Streit-Fälle musstet ihr bisher auf dem Schulgelände schlichten?
Laetycia: Nur einen. Da schaltete ich mich ein und wollte von den Kindern erfahren, wie der Streit ausgelöst wurde.
SCHNIPSEL: Dürft ihr Sachen in der Schule verändern?
Laetycia: Ja, wir dürfen es. Aber das läuft nicht einfach so, dass wir sagen „dies und das machen wir jetzt“ und dann passiert das auch so. Wir sammeln erst einmal die Ideen von andren Kindern, die etwas verändern wollen. Das merken wir uns oder schreiben es auf. Dann gehen wir mit den Ideen zu Frau Ristow und Herrn Schmidt und sprechen die Wünsche der Kinder an.
SCHNIPSEL: Wie können Kinder am Campus mit ihren Wünschen euch ansprechen? Wo finden die euch?
Gresa: Wir sind immer gut in den Pausen auf dem Hof der Grundstufe zu finden.
Autor*innen: Lilya und Benjamin
Cheerleader bewegen den Campus
Ihr könnt euch den Artikel auch anhören – Lilli und Yuna lesen ihn euch vor.
Mittwochnachmittag um halb drei: Wir von der SCHNIPSEL-Redaktion stehen vor der Turnhalle 2. Hier wollen uns die Cheerleaderinnen ihre Kunststücke zeigen. Die Tür zur Turnhalle öffnet sich, wir gehen rein und schauen zunächst den 13 Mädchen bei ihrem normalen Training zu. Sie tragen ganz normale Sportsachen. Poms sehen wir nicht.
Die Mädchen kommen aus den Klassenstufen 4 bis 9 und zeigen uns Hebefiguren. Die haben englische Namen: T-Lift, Swedish Fall oder One Base Stunt. Außerdem bekommen wir Übungen wie Radschläge, Handstände und Bogengänge zu sehen. Gerade ganz neu arbeiten die Cheerleaderinnen an den Jumps.
Wir sehen genau hin. Beim T-Lift heben drei Kinder gemeinsam ein anderes Kind hoch, zwei halten es an den ausgestreckten Armen, eines stützt die Beine. Das Kind in der Luft streckt dabei ein Bein von sich. Das Kind, das hochgehoben wird, nennt man “Flyer”. Die Kinder, die heben, sind die “Bases”.
Es ist das erste Mal, dass eine Cheerleading-AG am Campus Hannah Höch angeboten wird. Frau Planitzer hatte die Idee und leitet die AG. „Ich selber mache den Sport schon, seit ich acht Jahre alt bin, und habe auch in meinem früheren Verein schon die jüngeren Athleten trainiert“, berichtet uns Frau Planitzer. “Da mir das Trainieren schon immer viel Spaß bereitet hat, habe ich unsere Schulleiterin Frau Ristow gefragt, was sie von der Idee einer solchen AG hält.”
Mit Verspätung ging es dann los, weil erst eine freie Halle gefunden werden musste und dann noch Corona dazwischen kam. Aber in diesem Schuljahr klappte es dann.
Wir sehen, dass man fürs Cheerleading unheimlich viel Kraft und Körperbeherrschung braucht. Die Mädchen machen eine Pause und beantworten unsere Fragen. Sie erzählen, dass sie sich bei den Übungen einander vertrauen und aufeinander verlassen können müssen. Jede von ihnen hat ihre eigene Rolle bei den gemeinsamen Figuren.
“Vertrauen ist in diesem Sport ein wichtiger Punkt und muss in gewisser Hinsicht erlernt werden”, erklärt Frau Planitzer. “Jedoch sollen sie nicht nur einander vertrauen, sondern auch sich selbst. Nur dann können die Kinder selbstsicher auftreten.” Konzentration, Disziplin und Zuhören sind auch sehr wichtig, da alles genau aufeinander abgestimmt erfolgen muss.
Die Trainingspause ist beendet. Jetzt müssen wir für eine Viertelstunde die Turnhalle verlassen. Die Mädchen wollen noch einmal in Ruhe üben, bevor sie uns etwas gemeinsam vorführen werden. Alles soll dann perfekt klappen. Wir haben die Choreographie schon einmal gesehen – bei ihrem ersten Auftritt zur Einweihung des Beach-Feldes. Damals trugen die Mädchen alle T-Shirts im Campus-Blau. Ihr könnt euch die Performance der Cheerleaderinnen jetzt im Video ansehen.
Das Ziel der Kinder ist es, vor der Schule mit einem soliden und sicheren Programm auftreten zu können. Und wenn sie alles gut können und Spaß am Cheerleading haben, können sie das Gelernte bald an neue Mitglieder im Team weitergeben.
“Ich mache diesen Sport schon so lange und möchte meine Begeisterung an die Kinder weitergeben”, so Frau Planitzer. Sie möchte aber auch das Bild vom Cheerleading gerade rücken. “Cheerleading ist viel mehr als Pomswedeln beim Football.”
Frau Planitzer leitet die erste Cheerleading-AG am Campus.
Autorinnen: Yuna, Lilli, Isabella, Alia, Mia
Foto- und Videoaufnahmen: Linus, Mounia, Gianluca, Yuna, Lilli, Brd
Cetin und die Opale
Jeden Dienstag veranstaltet die Lerngruppe 456a einen eigenen Infokreis. Dafür befassen sich die Schüler*innen mit Themen, die sie aufbereiten und über die sie dann vor versammelter Runde einen Vortrag halten. Zu jedem Vortrag gestalten sie ein Plakat, um das Erzählte anschaulicher zu machen. Dies hier ist Cetins Vortrag über Opale.
Opale sind Edelsteine, die in der Schmuckbranche sehr beliebt sind. Man findet 90 Prozent der Opale in Australien, 1 Prozent in Mexiko und die restlichen 9 Prozent aus der übrigen Welt. Oft werden sie in 10 bis 30 Metern tief im Erdboden gefunden.
Abgebaut werde sie auf unterschiedliche Arten. Bergleute bauen mit Hilfe von Dynamit und Presslufthämmern Tunnel und finden sie Opale in dem Geröll, das sie entweder schon unter der Erde oder erst einmal nach oben befördern und dort auf Laufbändern nach Opalen untersuchen. Opale findet man am besten im Dunkeln unter Schwarzlichtlampen, denn die Edelsteine fluoreszieren – das übrige Geröll nicht.
Die Farben der Opale faszinieren
Weil die Opale so schwer zu finden und abzubauen sind, aber auch weil sie so schön sind, sind Opale sehr wertvoll. Der Wert hängt aber auch davon ab, welche Farben die Steine haben und um welche Opalart es sich handelt. Der wertvollste Opal ist der Schwarze Opal mit einem roten Farbstich.
Aus Opalen macht man Anhänger für Ketten oder Ohrringe oder Ringe für die Finger. Die Steine sind dann meistens geschliffen. Es gibt aber auch ungeschliffene Opale.
Ich finde Opale interessant, weil mich ihre Farben faszinieren und ich es spannend finde, wie die Edelsteine abgebaut werden. Ich habe vor sechs Jahren zum ersten Mal durch einen Fernsehbeitrag entdeckt, wie schön Opale sind. Im vergangenen Jahr habe ich dann wieder im Fernsehen etwas über Opale gesehen und da hatte ich mir den Namen des Edelsteins gemerkt und mir vorgenommen, mehr über ihn zu erfahren.
Auf Schatzsuche im Wunderkammerschiff
Ich bin auf das Wunderkammerschiff gegangen und dort gibt es auch einen Opal. Das Wunderkammerschiff ist ein zum Museum gemachtes Schiff, das auf den Wasserstraßen Berlins und Brandenburgs unterwegs ist und Kindern den Zugang zu Kunst und kultureller Bildung verschafft. Dort sind viele spannende, manchmal richtig geheimnisvolle Objekte aus Wissenschaft, Natur und Kunst zu sehen.
Meine Erzieherin in der Lerngruppe 456a, Frau Pundt, hat mitbekommen, dass ich Opale so toll finde, und mir vorgeschlagen, dass ich darüber in der Klasse einen Vortrag über Opale halten soll. Das habe ich dann gemacht. Jetzt hängt mein Plakat für den Vortrag mit Informationen über Opale an einer Wand in der offenen Lernetage.
Autor: Cetin
Dornschrecken: Tiersuchsel in der 123f
Ihr könnt euch den Artikel auch anhören – Alia und Isabella lesen ihn euch vor.
Wir sind Schülerinnen der 123f und haben seit Beginn dieses Schuljahres Riesendornschrecken in unserer Lerngruppe. Die Tiere haben wir von der 123a übernommen, weil dort die Klassenlehrerin wechselte. Im Moment sind acht oder neun Dornschrecken in unserem Glaskasten.
Dornschrecken leben normalerweise im Regenwald leben und werden bis zu fünfzehn Zentimeter groß. Sie wachsen nach der Geburt so schnell, dass man jeden Tag den Unterschied sieht. Dornschrecken sind bräunlich und sehen so aus wie die Zweige oder die Dornen der Zweige, auf denen sie im Terrarium sitzen. Deswegen kann man sie nur schwer entdecken. Man muss genau hingucken.
Damit sie auch bei uns ein feuchtes Klima im Terrarium haben, müssen wir sie jeden Tag mit Wasser besprühen. Zweimal in der Woche putzen wir das Terrarium. Dafür nehmen wir die Zweige, Tiere und sonstigen Sachen aus dem Terrarium heraus, die Dornschrecken bewahren wir für die Zeit in einer Box auf. Dann wischen wir den Glaskasten feucht aus.
Zweimal in der Woche geben wir den Dornschrecken frische Himbeer- und Brombeerblätter. Die stecken wir in kleine, mit etwas Wasser gefüllte Fläschchen, so dass die Blätter aus dem Flaschenhals herausragen, erklärt Mia. Die Fläschchen stellen wir im Terrarium so auf, dass die Dornschrecken sie auf den Zweigen gut erreichen können. Ein- oder zweimal im Jahr wechseln wir die Erde und alle Stöcker im Terrarium aus.
Was wir spannend finden: Die Dornschrecken haben an ihren Füßen kleine Haken, mit denen sie sich an den Zweigen festhalten, sagt Isabella. Ihre Augen sind rot, aber so klein, dass wir das selbst gar nicht erkennen können. Wenn wir ihre Fühler berühren, dann ziehen sie ruckartig ihre Fühler ein.
Einige von uns nehmen die Dornschrecken gerne auf die Hand. Das kitzelt ein bisschen, berichtet Alia. Mounia erzählt, dass sie dann immer Gänsehaut bekommt.
„Ich finde es cool, die Dornschrecken in der Klasse zu haben, weil sie so besonders sind“, meint Isabella. „Manche wissen gar nicht, was das für Tiere sind.“ „Manchmal hilft es dabei, sich im Unterricht wieder zu konzentrieren, wenn man eine Zeit lang auf die Dornschrecken schaut und sie im Terrarium sucht“, erzählen Alia und Mia.
Könnt ihr die Dornschrecke auf diesem Bild entdecken?
Autorinnen: Alia, Isabella, Mia und Mounia
Blickwechsel: Die Schüler*innen der 123c tauschen ihre Blicke aus
Zum Jahresmotto der Schule “Blickwechsel” hat die Lerngruppe 123c am Campus Hannah Höch Porträts der Kinder bemalt, zerschnitten und neu zusammengesetzt. Heraus kamen dabei neue Gesichter, die eigenartig, komisch und lustig wirken. Die Kinder der Reinickendorfer Gemeinschaftsschule haben einigen Schöpfungen neue Namen gegeben und für das Video eingesprochen.
Herr Fiedler hat die Fotos geschossen und das Video erstellt, Herr Doberstein hat die Musik für das Video beigetragen.