Märchenhaftes aus der 456d: Die blaue Kugel

Es war einmal ein Junge namens Tobias. Tobias hatte nur drei Brüder und drei Schwestern ,die sehr arm waren. Sie waren nicht so nett wie Tobias es verdient hätte. Eines Tages ging Tobias fort. Er ging in ein entferntes Land, wo nur Zauberwesen lebten. Dort traf er die Familie Zauber, die reich und sehr nett war. Tobias war das nicht gewöhnt, denn er wusste nicht, dass Menschen nett sein können. Er nahm sie als Familie an und lebte eine ganze Weile mit ihnen. 

Nach der ganzen Weile beschloss seine leibliche Familie, ihn zu suchen und dann zu verkaufen. Und so wie es das Schicksal mochte, fanden sie ihn. Sie entführten ihn in der tiefsten Nacht ohne seine Zustimmung. Die Zauber-Familie bemerkte das sehr schnell, und die Zauber-Mutter machte sich auf den Weg, um ihn zurückzuholen. Die Zauber-Mutter holte ihn dank der Zauberkugel. Die blaue Kugel war streng geheim und verboten. Die leibliche Familie gab nicht auf und ging in den Kampf gegen der Zauber-Mutter. Sie kämpfen und kämpfen, doch die Zauber-Mutter fiel zu Boden. 

Plötzlich kam eine Maus. Die Maus sagte mit einer alten Stimme: „Wünsche dir etwas, Fräulein!“ Die Zauber-Mutter zögerte nicht und sagte: „Ich wünsche mir, dass Tobias glücklich ist.“ Da verschwand die leibliche Familie sofort und Tobias ging es wieder gut und lebte den Rest seines leben glücklich und fröhlich. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Autor: Osman

Märchen der 456d

Ein halbes Jahr Willkommensklassen am Campus

Als im vergangenen Jahr die ersten Geflüchteten aus der Ukraine mit ihren Kindern nach Berlin kamen, stand für unsere Schulleiterin Frau Ristow sofort fest: „Wir eröffnen an unserem Campus Willkommensklassen für die Kinder. Hier ist Platz für sie.“ Ein bisschen dauerte es dann noch, bis es an unserer Schule wirklich losging. Aber seit diesem Schuljahr gibt es zwei Willkommensklassen am Campus Hannah Höch mit 25 Kindern und Jugendlichen. Sie kommen aus der Ukraine🇺🇦, aus Syrien🇸🇾 und aus Rumänien🇷🇴.

Die 25 Kinder und Jugendlichen teilen sich fast gleichmäßig auf die Grund- und auf die Mittelstufe auf. Dabei fährt der Campus zwei unterschiedliche Modelle: Die Jugendlichen in der Mittelstufe lernen in einer reinen Willkommens-klasse, um erst einmal ausreichende Deutsch-Kenntnisse zu erlangen, die Kinder in der Grundstufe sind auch schon in die Regelklassen integriert. Ihren Deutschunterricht erfahren sie in der Willkommensklasse, andere Fächer wie Mathe, Englisch, Kunst und Sport machen sie zusammen mit ihren deutschen Mitschüler*innen in den Regelklassen. Zwischendurch unternehmen alle zusammen immer wieder Ausflüge, etwa in den Reichstag, auf den Fernsehturm oder zu anderen Sehenswürdigkeiten.

„Wir leben am Campus Willkommenskultur“, betont Frau Ristow. „Wir integrieren die Kinder.“ Der Vorteil unserer Gemeinschaftsschule ist, dass große Familien ihre älteren und ihre jüngeren Kinder an einer Schule unterbringen können. Mit Frau Poznyak, Frau Brunner, Frau Schulz und Frau Spanja konnten wir erfahrene und engagierte Fachkräfte für die Betreuung der Kinder aus der Ukraine und aus Syrien gewinnen. „Das sind Superkräfte“, freut sich Frau Ristow. „Beherzte Pädagoginnen, die hier am rechten Fleck sind!“

Frau Brunner kümmert sich zusammen mit Frau Poznyak um die Willkommensklasse der Mittelstufe. Sie bringt durch ihre vorhergehende Arbeit mit ausländischen Studenten an der Universität viel Erfahrung im DaZ-Unterricht mit. Frau Schulz hat viele Jahre lang an der Volkshochschule Erwachsenen Deutsch beigebracht und betreut zusammen mit Frau Spanja und Frau Poznyak die Willkommensklasse der Grundstufe. 

Frau Poznyak ist also für die ukrainischen und die syrischen Kinder sowohl in der Mittelstufe, als auch in der Grundstufe zuständig. Zusätzlich unterstützt sie die Grundstufen-Kinder in Förderstunden auch im Unterricht in den Regelklassen, damit sie dort richtig mitarbeiten können. „Unser Team ist eine sehr gute Mischung“, meint Frau Poznyak. „Es ist sehr schön, an dieser Aufgabe im Team zu arbeiten und sich mit den Kolleginnen austauschen zu können.“

Weitere Artikel zum Thema

Frau Poznyak, die Grenzgängerin: „Ich kann den Kindern mehr bieten als Deutsch“

Als in Berlin die Willkommensklassen angekündigt wurden, fühlte sich Frau Poznyak gleich berufen. „Ich hatte große Lust, etwas für ukrainische Kinder zu machen, und ich wusste auch, ich kann ihnen mehr bieten als Deutsch beizubringen“, berichtet sie. Jetzt betreut sie mit drei Teamkolleginnen seit einem halben Jahr die ersten Willkommensklassen am Campus Hannah Höch und erweist sich dabei als echter Glücksfall für unsere Gemeinschaftsschule.

Nicht nur erfüllt die studierte Fremdsprachenlehrerin ihre Aufgabe mit viel Expertise und großem Engagement. Sie beweist zudem als Sozialpädagogin einen feinen und differenzierenden Blick auf jedes einzelne der Kinder in den Willkommensklassen. Im Umgang mit den ukrainischen Familien hilft ihr sehr, dass sie die gleichen Muttersprachen sprechen, im Umgang mit den Arabisch sprechenden syrischen Kindern verlässt sie sich viel auf ihren geschulten Blick und ihr Bauchgefühl. „Ich erkenne zum Beispiel inzwischen ziemlich schnell, wenn ein Kind psychologische Hilfe braucht. Dafür habe ich einen Sinn entwickelt“, sagt sie selbst.

Wobei: Etwaige „Probleme“ der Kinder sind nicht der Punkt, an dem Frau Poznyak bei ihrer Arbeit am Campus ansetzt. „Meine Herangehensweise ist nicht, da kommen Kinder, die Probleme haben; da gibt es ein Trauma“, erklärt sie. „Sondern, da kommen ganz unterschiedliche Kinder, die ich begleite. Und dann gucke ich, wo ich sie individuell abholen soll und was sie brauchen. Da macht es für mich keinen Unterschied, ob es ein ukrainisches Kind ist, ob es Krieg erlebt hat oder ob es zu Hause Probleme hat.“ 

Im Rückblick auf das erste halbe Jahr Willkommensklassen am Campus erkennt Frau Poznyak, wie gut es für die Grundstufen-Willkommenskinder ist, in die Regelklassen integriert zu sein. Kritisch sieht sie dagegen das Mitleid, das den geflüchteten Kindern anfangs gezeigt wurde, und die teilweisen Ausnahmeregelungen wie etwa Handynutzung, die ihnen erlaubt wurden. „Das war falsch!“, urteilt sie heute. „Sie profitieren selbst davon, wenn sie von Anfang jeden Tag im normalen Klassenverbund gefordert werden und funktionieren müssen.“

Zwischen Russland und Ukraine kann sie im Kopf gar nicht trennen

Frau Poznyak kam selbst vor schon 20 Jahren als au pair nach Deutschland, um ihr Deutsch zu verbessern. Dann begann sie, hier zu studieren. Ursprünglich stammt sie aus Russland aus einer Stadt nahe der Grenze zur Ukraine. Zwischen den beiden Ländern, die sich jetzt im Krieg gegeneinander befinden, kann sie gar nicht trennen. „Ich hatte immer viel mit der Ukraine zu tun. Ich habe in der Ukraine gearbeitet. Ich habe viele Freunde und Verwandte in der Ukraine“, erzählt sie. „Wenn ich von der Ukraine und den Ukrainern spreche, spreche ich immer von ‚uns‘.“

Ihr persönlicher Werdegang hilft ihr im Umgang gerade mit den ukrainischen Kindern. Sie weiß, wie es ist, ohne entsprechende Sprachkenntnisse in ein fremdes Land zu kommen. „Sprache ist für alle Willkommenskinder ein Problem“, berichtet sie und erkennt da kulturelle Unterschiede: Die ukrainischen Kinder seien aus Angst vor Fehlern gehemmt, Deutsch zu sprechen. „Dieses für das Sprachenlernen kontraproduktive Verhalten, dieses ‚Ich darf keine Fehler machen und muss perfekt sein‘ stammt noch aus Sowjetunion-Zeiten. Ich kenne das selbst noch“, erklärt Frau Poznyak. Bei den syrischen Kindern beobachtet sie ein anderes Verhalten: Bei einem Test gehe es den Kindern nur um eine gute Note, nicht um das Überprüfen des eigenen Wissens oder Könnens. Aber die syrischen Kinder am Campus kämen leichter auf Deutsch ins Sprechen.

Schwierigkeiten haben die Willkommenskinder manchmal auch noch mit dem viel Freiheit erlaubenden, aber gleichzeitig ein gewisses Maß an Selbständigkeit voraussetzenden Schulsystem, berichtet Frau Poznyak. Die meisten wollten aber auch künftig am Campus bleiben. Zwischen ihr und den Eltern der Kinder herrscht inzwischen ein richtiges Vertrauensverhältnis. „Ich bin überrascht und dankbar, dass sie mit mir Russisch sprechen, was nicht selbstverständlich ist, weil sie sich untereinander auf Ukrainisch unterhalten.“

Den Kindern mehr Erfolgserlebnisse verschaffen

Ihr erstes Fazit nach einem halben Jahr Willkommensklassen am Campus: „Wir haben eine gute Beziehung zu Kindern und Eltern aufgebaut.“ Für die kommende Zeit wünscht sie sich, dass die Willkommenskinder mehr gesehen werden und ihre übrigen Fähigkeiten zeigen können, damit sie mehr Erfolgserlebnisse haben.

Übrigens: Beinahe wäre Frau Poznyak gar nicht an den Campus Hannah Höch gekommen, denn als sich im Sommer vergangenen Jahres Frau Ristow bei ihr meldete, hatte sie schon einer anderen Schule zugesagt. Dennoch vereinbarte Frau Poznyak mit unserer Schulleiterin ein Treffen. Jetzt sind beide jetzt heilfroh, dass sie danach beruflich zusammengefunden haben. „Nach dem Treffen wollte ich unbedingt hier arbeiten“, erinnert sich Frau Poznyak. Und Frau Ristow lobt Frau Poznyak und deren Kolleg*innen im Willkommensklassen-Team als „Superkräfte“ und „beherzte Pädagoginnen“.

Weitere Artikel zum Thema

„Frau Poznyak, wie geht es mit der Sprache?“

Wie ist es, Kinder zu unterrichten, die kein oder kaum Deutsch sprechen? Und wie fühlen sich die Kinder aus der Ukraine, aus Syrien und aus Rumänien an unserer Schule? Diese und weitere Fragen haben die SCHNIPSEL-Redakteurinnen Marwa und Schaima Frau Poznyak im Interview gestellt.

SCHNIPSEL: Was hat Sie an der Arbeit mit geflüchteten Kindern am meisten überrascht oder herausgefordert?

FRAU POZNYAK: Das sind nicht die passenden Worte. Ich versuche, ohne Erwartung an die Aufgabe heranzugehen. Und wenn ich nichts erwarte, dann gibt es auch keine Überraschung. Es macht mir Spaß, mit ihnen zu arbeiten und jedes Kind zu sehen. Ich hole ja jedes Kind da ab, wo es steht – jeden Tag. Es kann auch jeden Tag von woanders sein. Und das empfinde ich nicht als eine Herausforderung. Das ist meine Arbeit, die ich gerne mache.

SCHNIPSEL: Wie geht es im Unterricht mit der Sprache?

FRAU POZNYAK: Ich spreche hier für gewöhnlich Deutsch, aber ich beherrsche ja auch drei andere Sprachen. Die Kinder sprechen Ukrainisch, Russisch und Arabisch. Ukrainisch und Russisch sind für mich keine Fremdsprachen, daher ist es mit Kindern aus der Ukraine ganz einfach. 

Mit den syrischen Kindern ist es anders – sie sprechen Arabisch, ich nicht. Mit ihnen ist das so: Wenn wir die Sprache nicht haben, um einander zu verstehen, dann müssen wir mehr spüren und aufmerksamer sein. Ganz da sein, um zu verstehen, was eigentlich das Bedürfnis ist, was sie sagen wollen, was sie brauchen. Aber auch, was sie nicht sagen und trotzdem benötigen. Das ist das Schöne. Ich denke, eigentlich müssten alle Menschen so miteinander umgehen. Nicht nur einfach sprechen, denn da passiert es sehr oft, dass die Menschen aneinander vorbeireden, sondern ganz aufmerksam und ganz da sein und spüren.

SCHNIPSEL: Was meinen Sie: Fühlen sich die Kinder wohl an unserer Schule?

FRAU POZNYAK: Das müsst ihr die Kinder fragen! Ich glaube, es gibt auch Momente, die für sie nicht so angenehm sind. Aber das ist auch normal, denn sie sind ja nicht freiwillig hierher gekommen. Aber insgesamt sind sie mit der Schule sehr zufrieden. Meine Einschätzung ist, dass sie sich im Allgemeinen wohl hier fühlen.

SCHNIPSEL: Welche Regeln gelten für die Kinder hier?

FRAU POZNYAK: Die Kinder haben die gleichen Regeln wie alle anderen Kinder hier auch. Es gibt Klassenregeln, die bei uns in der Gruppe gelten, und sie müssen sich auch an alle anderen Schulregeln am Campus halten. Für sie gibt es nichts anderes als für euch.

SCHNIPSEL: Fällt den Kindern das Lernen der deutschen Sprache schwer?

FRAU POZNYAK: Die Schwierigkeit liegt für sie darin, dass sie hier ins kalte Wasser geschmissen wurden. Es ist nicht so, wie ihr zum Beispiel Englisch lernt – „ganz gemütlich“ in eurem Lerntempo und nach einem Rahmenlehrplan.

Man muss sich das vorstellen, wie sie hier erst einmal nichts verstehen und sich nicht orientieren können. Frage dich selbst: Wie geht es dir, wenn alles um dich herum fremd ist, und du verstehst noch nicht mal, was von dir gewollt wird? Dazu gehört auch, dass du dich zu nichts äußern kannst …

Das Gute ist, dass ich auch selber irgendwann in dieses Land gekommen bin, wenn auch nicht unfreiwillig wie sie. Ich kenne das Gefühl, dass du in ein Land kommst und erst einmal nichts kannst. Da fühlt man sich wie ein Hund: Ich kann nichts sagen, ich kann mich nicht erklären, ich kann mich verbal nicht verteidigen, wenn ich angegriffen werde. Das Gute daran kommt später: Wenn ich es einmal alles hier geschafft habe, dann kann es mir keiner mehr nehmen. Eine solche Erfahrung bleibt für immer, sie ist wie ein Fundament, sie macht einen innerlich unheimlich stark. 

Es ist wie eine Mutprobe. Es lohnt sich, da durchzugehen. Dann bist du mutig für immer. Die Kinder wissen das vielleicht noch nicht, aber sie werden es schaffen, und wir werden sie da hinleiten.

SCHNIPSEL: Vielen Dank für das Interview, Frau Poznyak.

Weitere Artikel zum Thema

Schülerinnen im Gespräch: „Wie findest du es, dass Kinder aus der Ukraine an deine Schule kommen?“

Schule am Campus Hannah Höch ist anders als in ihrer Heimat. Das haben die beiden ukrainischen Schülerinnen Farida und Slata schnell festgestellt. Aber obwohl sie bei uns als Grundstufen-Schüllerinnen auch in einer 456er-Regelklasse unterrichtet werden, haben sie noch viele offene Fragen über den Ablauf in ihrer Lerngruppe. Die Antworten auf ihre Fragen holten sie sich von ihrer Mitschülerin Yuna, die aber auch gleich ein paar Fragen an die beiden hatte.

Yuna, Farida und Slata (von links) sprechen über Schule.

FARIDA UND SLATA: Wie findest du es, dass Kinder aus der Ukraine an deine Schule kommen?

YUNA: Es ist natürlich gut, dass sie hier eine Schule gefunden haben, und hier können sie auch Deutsch, also noch eine Sprache, lernen. Ich finde es gut.

FARIDA UND SLATA: Wie findest du es, dass hier an der Grundstufe keine Handys erlaubt sind?

YUNA: Ich finde es gut, weil ansonsten würden hier alle mit dem Handy herumlaufen und darauf herumspielen und nicht zuhören. Und dann müssten die Lehrer*innen in dem Fall das Handy wegnehmen, und dann wäre es sowieso erstmal weg. Dürft ihr denn in der Ukraine ein Handy benutzen?

FARIDA UND SLATA: Ja, das dürfen wir. Eine andere Frage: Magst du deine Schule?

YUNA: Ja. Wir bekommen halt keine Noten. Manchmal bringen Noten einem nicht so viel. Zwar weiß man dann, ich habe es gut gemacht oder ich habe es schlecht gemacht. Aber wenn ich laut Note etwas schlecht gemacht habe, weiß ich nicht, was ich schlecht und welchen Fehler ich gemacht habe. Außerdem sind wir immer drei Jahrgangsstufen in einer Lerngruppe, und die Jüngeren können von den Älteren lernen.

FARIDA UND SLATA: Was magst du besonders an der Schule?

YUNA: Ich mag gerne Sport, Nawi und Gewi und manchmal auch Mathe. Außerdem bin ich gerne auf dem Pausenhof, spiele mit meinen Freunden, und die vielen Ausflüge mit Herrn Fiedler und der Klasse sind schön. Gefällt es euch denn hier an der Schule?

FARIDA UND SLATA: Die Schule ist gut, die Lehrer*innen sind cool. Unsere Lieblingsfächer sind Englisch, Mathe, Deutsch, Sport und die Mal-AG. Aber es ist komisch mit drei Jahrgängen in einer Klasse zu sein. Wir finden es spannend, dass manche mehr wissen und andere weniger. 

YUNA: Findet ihr etwas doof an der Schule?

FARIDA UND SLATA: Doof ist das Handyverbot auf dem Schulgelände, wir brauchen das Handy auch zum Übersetzen. Doof finden wir auch, dass wir hier kaum etwas in der Cafeteria kaufen können und dass die Schule so lange geht. Die Größeren aus den Willkommensklasse der Mittelstufe gehen früher nach Hause als wir! In der Ukraine können wir früher nach Hause gehen, wenn wir schnell gearbeitet haben. Was wir noch gerne wissen wollen: Warum sitzen wir hier in der Lerngruppe immer wieder im Kreis und diskutieren?

YUNA: Wir sitzen im Kreis, damit sich alle gegenseitig sehen und gut einander verstehen können. Da besprechen wir dann zum Beispiel, wie eine Aufgabe bearbeitet werden soll.

FARIDA UND SLATA: Warum dürfen wir hier in der Schule keine eigenen Stifte benutzen?

YUNA: Wir benutzen die Stifte, die wir hier bekommen. Wenn ein Kind eigene Stifte mitbringen und benutzen würde, dann würden alle anderen Kinder auch diese Stifte haben wollen und im Unterricht dauernd danach fragen. Und wenn diese Stifte verloren gingen, wäre das auch blöd. Unsere Eltern bezahlen ja auch Geld für das Material, das wir hier bekommen.

FARIDA UND SLATA: Warum sollen wir in der Lerngruppe unsere eigene Wasserflasche mit denen der anderen Kinder zusammenstellen?

YUNA: Das weiß ich auch nicht so genau. Man könnte die ja auch am Platz stehen haben. Wenn die Flaschen in der Garderobe stehen würden, dann würde manche dauernd aus dem Raum gehen und da vielleicht auch mit anderen Kindern quatschen.

FARIDA UND SLATA: In der Ukraine haben wir in der Schule eine Cafeteria, in der es ganz leckeres Essen zu kaufen gibt und die die ganze Zeit offen ist. Warum gibt es hier in Haus 5 eine Cafeteria und in Haus 1 in der Grundstufe nicht? Weil die Mittelstufe kein gemeinsames Mittagessen hat?

YUNA: Genau.

FARIDA UND SLATA: Warum dürfen die Kinder aus der Grundstufe nicht ins Haus 5 der Mittelstufe gehen?

YUNA: Da ist der Bereich der Großen. Die fühlen sich manchmal auch gestört von den Kleinen, wenn die da Quatsch machen.

FARIDA UND SLATA: Warum dürfen wir in der Pause nicht in den Räumen bleiben? Wir würden oft gerne drinnen im Warmen bleiben und etwas malen. In der Ukraine dürfen wir in den Pausen drinnen bleiben.

YUNA: In den Pausen sollen wir uns bewegen und frische Luft schnappen.

FARIDA UND SLATA: Und wenn es draußen minus 10 oder minus 20 Grad sind oder es regnet?

YUNA: In der Regenpause bleiben wir drinnen. Und dass es hier minus 10 oder minus 20 Grad sind, habe ich noch nicht erlebt.

Weitere Artikel zum Thema

Motto Team playing: So feierten wir Fasching an unserer Schule

Dieses Jahr konnten wir in der Grundstufe des Campus Hannah Höch alle wieder gemeinsam das Faschingsfest feiern! Es gab viele Spiele- und sehr abwechslungsreiche Essenangebote und man konnte in der Schule viele kunterbunte Kostüme und geschminkte Gesichter sehen.

Wir Schülerinnen und Schüler bekamen alle eine Stempelkarte, auf der vorne Zahlen von 1 bis 20 und auf der Rückseite Zahlen von 21 bis 25 standen. Auf der Vorderseite mussten wir Stempel für absolvierte Spiele sammeln. Die Klasse, die die meisten Stempel gesammelt hatte, bekam am Ende einen Preis. Es gab den 1., den 2. und den 3. Platz. Die 456f hat den 1. Platz gewonnen. 

Die Rückseite der Stempelkarte war für Essen und Trinken. Wir mussten hinten noch eine 26 für das Mittagessen dazuschreiben. Es gab Popcorn, Zuckerwatte, Cocktail und Döner zum Essen und Trinken. Als Spieleangebote gab es Tauziehen, Mario Cart und Armreifbasteln und noch vieles mehr. Wir hatten auch eine Disco unten im Keller, getrennt für die 123er und für die 456er.

So war der Ablauf unseres Faschings:

  • Eröffnung des Faschings in der Turnhalle durch die Schulleitung um 8:30 Uhr, dann Auftritt der HipHop-AG und Kostüm-Laufsteg
  • Spiele und Aktivitäten in den Schulräumen, außerdem Parcours in der Turnhalle
Das konnten wir alles machen.
  • mittags Essensausgabe in der Mensa
  • ab 12:30 Uhr aufräumen
  • Siegerehrungen und Überreichen der Team- und Trostpreise in der Turnhalle

Es gab auf dem Fest viele verschiedene Kostümideen zu sehen, zum Beispiel Zauberer und Hexen, Ninjas und einige Anime-Figuren. Auch die Erzieher*innen und Lehrer*innen haben sich verkleidet: Meine Lehrerin Frau Janzon ist als dreischwänziger Fuchs gegangen, Herr Giering steckte in einem Dino-Kostüm, und Herr Giebner kam als Clown.

.

Autor: Lukas

SCHNIPSEL gewinnt zwei Preise bei Berliner Schülerzeitungswettbewerb

Erfolgreicher Start von SCHNIPSEL beim Berliner Schülerzeitungswettbewerb: Unsere Schüler*innen-Zeitung hat den zweiten Preis in der Kategorie „Gemeinschaftsschulen“ gewonnen. Außerdem wurde der SCHNIPSEL-Artikel über unser Schulessen mit einem Extrapreis ausgezeichnet.

„Schlägt man die SCHNIPSEL auf, ist sie vor allem eins: bunt. Genauso wie der Schulalltag der jungen Redakteur*innen. Den haben sie in ihrer Ausgabe nämlich auf ganz vielfältige Weise dargestellt. Sie haben ausführlich über das berichtet, was in ihrer eigenen Schule passiert ist und dabei klar und präzise informiert“, lobt die Jury des Schülerzeitungswettbewerbs. „Uns hat begeistert, wie sehr die Schüler*innen sich für das interessieren, was bei ihnen vor sich geht. Aber nicht nur ihr Interesse überzeugt, sondern auch die Qualität der Texte.“

Die Preise nahmen acht SCHNIPSEL-Redaktionsmitglieder vor kurzem bei der Siegerehrung in der großen Aula der Max-Tau-Schule in Lichtenberg entgegen, an der neben rund 300 Redakteur*innen verschiedener Schülerzeitungen auch Berlins Schulsenatorin Frau Busse als Schirmherrin des Wettbewerbs teilnahm.

Zurück am Campus gab es für die jungen Redakteur*innen gleich noch etwas dazu: Unsere Schulleiterin Frau Ristow überraschte sie in ihrer nächsten Redaktionssitzung mit einem kleinen Präsent – einem Notizstift und etwas Süßem.

Extrapreis für Artikel über Schulmittagessen

Der Berliner Schülerzeitungswettbewerb wird von der Jungen Presse Berlin ausgerichtet. In diesem Jahr fand er bereits zum 20. Mal statt. SCHNIPSEL nahm mit der im Juli 2022 erschienenen Druckausgabe 2 zum ersten Mal am Berliner Schülerzeitungswettbewerb teil.

Einen SCHNIPSEL-Artikel zeichnete die Jury noch mit einem Extrapreis aus: den von Alia und Isabella über ihren Besuch in der Küche unseres Schul-Caterers 40 Seconds Berlin. Darin beschreiben die beiden Schülerinnen, wie der Ausflug dorthin ablief und wie dort unser Schulessen zubereitet wird. Dieser Sonderpreis in der Kategorie „Prima Klima beim Schulmittagessen!?“ wird von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin e.V. vergeben.

Mehr über den diesjährigen Berliner Schülerzeitungswettbewerb und die weiteren Sieger in allen Kategorien berichtet der „Tagesspiegel“, der Medienpartner des Wettbewerbs ist.

Märchenhaftes aus der 456d: Der magische Sack

Es war einmal ein kleines Mädchen, das Dome hieß und obdachlos war. Um Essen zu bekommen, musste sie stehlen. Eines Tages ging sie auf einen Markt und sah einen Verkäufer, der Äpfel verkaufte, und überlegte sich, wie sie einen Apfel stehlen konnte. Aber plötzlich sah sie einen Sack auf dem Boden und hob den Sack auf. Sie schaute hinein und sah viele Goldmünzen. Davon kaufte sie sich ganz viel Essen. Ein paar Stunden später machte sie wieder denn Sack auf und sah, dass der Sack leer war. Aber auf einmal bemerkte sie, dass der Sack sich wieder auffüllte. 

Am nächsten Tag ging sie wieder auf den Markt und sah den König. Der König war sehr böse. Das Mädchen versuchte, sich vor dem König zu verstecken, und rannte in eine Gasse. Aber als sie vor der Gasse war, sah der König den Sack und ging zu Dome und fragte sie, wo sie den Sack her habe. Dome gab keinen Ton von sich. Der König nahm sie mit in sein Schloss und fragte sie noch einmal und sagte: „Gib mir den Sack oder du wirst es bereuen!“ Das Mädchen sagte immer noch nichts. Dann sagte der König: „Weißt du was? Ich werde mit dir einen Deal machen.“ Das Mädchen überlegte und willigte ein. Der König sagte: „Du machst mir eine Krone und du darfst den Sack behalten.“ 

Dome machte sich auf den Weg in die Mine, um Diamanten für die Krone des Königs zu suchen. Aber als Dome vor der Mine war, wurde sie von hinten gepackt! Sie erschrak und schaute, wer das sein könnte. Da sah sie einen Kobold, der sie fragte, was sie hier zu suchen hatte. Dome erklärte alles dem Kobold. Der Kobold sagte zu Dome: „Okay, ich werde dir helfen – unter einer Bedingung: Ich möchte etwas von den Diamanten haben.“ Der Kobold und Dome gingen in die Mine. Was sie nicht wussten, war, dass die Mine verflucht war. 

Dome hatte viele Diamanten gesammelt. Wie abgesprochen, gab sie dem Kobold drei Diamanten und verabschiedete sich. Dome ging dann zur Schmiede und fragte den Schmied, ob er eine Krone schmieden könnte. Der Schmied sagte, dass es teuer sein wird. Dome zeigte dem Schmied den Sack und gab ihm sieben Goldmünzen. Der Schmied schmiedete die Krone und als die Krone fertig war, hörte Dome eine Stimme. Dome dachte, dass die Stimme vom Schmied kam und dachte sich nichts dabei. 

Also ging Dome zum Schloss, um die Krone dem König zu geben. Plötzlich hörte Dome wieder diese Stimme. Da wusste Dome, dass die Krone verflucht war. Trotzdem ging Dome zu dem König und gab ihm die Krone. Der König freute sich über die Krone, aber plötzlich kam wieder diese Stimme und verwandelte dem König in ein Schwein. Der König, der nun ein Schwein war, sagte zu Dome: „Das wirst du bereuen!“ Am Ende ging Dome fröhlich aus dem Schloss. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie noch heute.

Autor: Jéremie

Märchen der 456d:

Unsere Lehrer: Herr Banse, der Schockverliebte

Lehrer wie die Eltern werden oder ins Musikgeschäft einsteigen: Herr Banse entschied sich nach der Schule für die unsicherere Option und schlug die Laufbahn eines Musik- und Tontechnikers ein. Schon während des Studiums stellte er jedoch fest, dass dies nicht der richtige Weg für ihn war, und wurde doch noch Lehrer. Jetzt unterrichtet er an unserer Schule und kann bei uns seine Musikkenntnisse gut einbringen.

SCHNIPSEL: Welche Fächer und Klassen unterrichten Sie?

HERR BANSE: Ich unterrichte Musik in der 123a/c/g und der M4/9 und leite eine AG zum Thema Musikproduktion. Ich bin eigentlich selbst noch Student für das Lehramt in den Fächern Sonderpädagogik und Englisch. Mein Musik- und Tontechnikstudium hat aber den Vorteil, dass ich so an meinen Traumjob als Musiklehrer am Campus Hannah Höch gekommen bin.

SCHNIPSEL: Was fasziniert Sie an dem Fach Musik? 

HERR BANSE: Die Möglichkeit, Schüler*innen die Musik näher zu bringen und es vielleicht sogar zu schaffen, den einen oder die andere für das Musizieren zu begeistern. Musik ist ein Schulfach, bei dem man auch mal abschalten darf und vielleicht sogar Interesse für etwas Neues entdeckt.

SCHNIPSEL: Wie waren Sie als Schüler?

HERR BANSE: In der Grundschule war ich ein sehr laut und vermutlich hin und wieder etwas anstrengend für meine Lehrer*innen. Ab der Mittelstufe bis hin zum Abi habe ich dann diese überschüssige Energie in Hobbys wie Skateboarden, Schauspiel und eben die Musik in Form von Gitarre und Schlagzeug gesteckt. Dadurch wurde ich in der Schule eher ruhiger und war tatsächlich leistungstechnisch eher durchschnittlich. Englisch, Musik und Kunst lagen mir jedoch immer schon.

SCHNIPSEL: Wie erleben Sie es, Schüler*innen zu bewerten?

HERR BANSE: Tolle Frage, schwierige Antwort! Ich finde es als eigentlicher Sonderpädagoge ohnehin immer wieder schwierig, individuelle Leistungen zu bewerten. Besonders in Musik stellt sich das immer wieder als etwas herausfordernd dar. Die Niveaus meiner Schüler*innen sind ganz bunt und facettenreich. Den einen fällt es leichter, sich Zahlen und Daten zu den musikalischen Epochen zu merken, für die anderen ist es ein Kinderspiel, auf dem Klavier ein ganzes Stück durchzuspielen. Beides gehört jedoch zum Fach dazu und sind tolle Leistungen!

SCHNIPSEL: Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht in der Schule sind?

HERR BANSE: Ich habe ein Tonstudio, in dem ich Musik mache und aufnehme, und bin auch außerhalb oft als Tontechniker unterwegs. Das ist aber inzwischen alles eher ein Hobby geworden. Ich unternehme gerne was mit meinen Freundinnen und Freunden und gehe auch mit meiner Partnerin gerne auf Konzerte. Zu guter letzt bin ich riesiger Pokémon-Fan und spiele gerade die neusten Spiele durch!

SCHNIPSEL: Warum haben Sie sich für den Campus Hannah Höch entschieden?

HERR BANSE: Ich habe Anfang 2022 ein Praktikum für mein Studium hier gemacht und mich direkt schockverliebt! Das offene Kollegium, die vielen tollen SuS und das Schulkonzept haben mir gleich zugesagt und der Campus stach aus allen Schulen, an denen ich gearbeitet habe, am meisten positiv heraus!

SCHNIPSEL: Was sollte man noch über Sie oder Ihren Werdegang als Lehrer wissen?

HERR BANSE: Ich bin noch relativ frisch als Lehrer, aber wurde von allen gut aufgenommen und herzallerliebst begrüßt. Darüber freue ich mich und bin ich sehr dankbar! Das heißt aber auch, dass ich durch meine Frische noch sehr viel Energie habe, die ich in eine tolle Zusammenarbeit mit meinen Schüler*innen und den Kolleg*innen stecken werde! 

SCHNIPSEL: Vielen Dank für das Interview, Herr Banse!

Klimabeet: Campus beteiligt sich an Forschungsprojekt

Das Klimabeet am Campus ist ein Teil eines Forschungsprojekts des Botanischen Gartens und der Universität Jena. Es gibt 200 solcher Beete in Berlin, Halle, Jena und Leipzig. Allein in Berlin sind es 100 Klimabeete. In jedem Klimabeet sind die gleichen elf Pflanzen mit der gleichen genetischen Herkunft. Diese werden zwei Jahre lang jede Woche einmal beobachtet.  

Mit dem Projekt möchten Wissenschaftler*innen den Einfluss des Klimawandels auf die Wachstumsphasen von Pflanzen erforschen. Es wird später auch eine Pflanzen-Klimakarte von Berlin geben.      

Wir beobachten die Entwicklung im Klimabeet und schreiben auf, wann der erste Trieb, das erste Blatt, die erste Blüte und die erste Frucht der Pflanzen wächst und wann sich das Blatt zur Hälfte verfärbt hat. Die Temperatur, die Bodenfeuchtigkeit und die Luftfeuchtigkeit wird von einem Klimadatengerät gemessen und dokumentiert.

Bei manchen unserer Pflanzen ist bereits ein erster Trieb zu sehen.

Ihr könnt jeden Donnerstag um 13:30 Uhr mit uns zum Klimabeet kommen und uns helfen, die Daten zu sammeln. Wir würden uns freuen, wenn ihr mitmacht.

Autor*innen: Cetin und Yuna

Was sich beim Übergang in die 7. Klasse alles ändert

Kinder in der sechsten Jahrgangsstufe fragen sich, was sie erwartet, wenn sie in die siebte Klasse wechseln. Ich bin seit einem halben Jahr in der siebten Jahrgangsstufe am Campus Hannah Höch und berichte, was alles Neues auf euch zukommt.

Neue Fächer gibt es für Grundstufenschüler*innen, wenn sie am Campus in die Mittelstufe kommen – Physik, Biologie und Chemie statt Nawi, außerdem ITG, WPU und Projektunterricht.

Worum es in den neuen Fächern für Siebtklässler*innen geht

Die Physik ist die Lehre von der Natur. Sie untersucht die in der Natur ablaufenden Vorgänge und versucht, Naturgesetze zu finden.

Biologie ist die Wissenschaft vom Leben und von den Lebewesen. Die altgriechischen Wörter „bios“ und „logos“ bedeuten Leben und Lehre bzw. Wissenschaft. Zu den Lebewesen gehören Tiere, Pflanzen, Pilze und Bakterien und natürlich der Mensch.

Chemie ist auch eine Naturwissenschaft beschäftigt sich mit dem Aufbau, dem Verhalten und der Umwandlung von Stoffen in unserer Umwelt. Sie beobachtet chemische Reaktionen und sucht dabei nach Gesetzmäßigkeiten.

ITG steht für Informationstechnische Grundbildung. Hier lernen wir, mit dem Computer umzugehen. In der Mittelstufe gibt es dafür einen Computerraum.

Im Wahlpflichtunterricht (WPU) können wir die Fremdsprache Spanisch (bald wohl auch Französisch!) lernen oder andere Aktivitäten wie etwa Sport, Kunst, zusätzliches Deutsch-Lernen oder WAT (Wirtschaft – Arbeit – Technik) wählen.

Der Projektunterricht (PU) ist eine Unterrichtsform, in der Schüler*innen und Lehrer*innen über mehrere Wochen gemeinsam Aufgaben auswählen, planen und ausführen. Bei ein Projekt ist also die aktive Teilnahme der Schüler*innen besonders gefordert. Die Themen, um die es dabei geht, stammen aus Fächern wie Deutsch, Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde oder Ethik – also wie das, was in der Grundstufe im Fach Gewi unterrichtet wird.

Jahrgangsübergreifendes Lernen (JüL) auch in der Mittelstufe

Wie in der Grundstufe kommen in der Mittelstufe bis zur Neunten Schülerinnen und Schüler aus drei Jahrgangsstufen in eine Lerngruppe. Als Siebener lernt ihr also meistens mit Acht- und Neuntklässler*innen zusammen. Nur in den Fächern Englisch, Mathe, Chemie, Physik und Biologie seid ihr nur mit anderen Siebtklässler*innen zusammen.

Beim Start in die siebte Jahrgangsstufe kommen auf euch nicht nur neue Fächer hinzu, sondern ihr werdet neue Lehrer*innen haben und auch etwas schwierigere Aufgaben als zuvor bearbeiten. Aber keine Sorge: Ihr werdet auch in der 7. Klasse in der Lage sein, die Fragen im Unterricht zu bearbeiten und zu beantworten. Es kommen auch mehr Klassenarbeiten und Tests auf euch zu, bei denen ihr euch wirklich anstrengen müsst. Übt besser vorher, damit ihr gut vorbereitet seid und die Arbeit zum Kinderspiel wird! 

Anders in der Siebten als in der Grundstufe ist, dass es in den Lerngruppen keine Erzieher*innen mehr gibt. Das heißt auch: Es gibt in der Siebten keine Erzieherzeit, in der die Kinder in der Grundstufe häufig malen, basteln, spielen oder toben dürfen. Nur wenn mal eine Stunde ganz ausfällt, können wir in der siebten Jahrgangsstufe machen, was wir möchten. Zur nächsten Stunde müssen wir aber wieder für den Unterricht da sein.

Keine Angst vor der Siebten!

Zum Abschluss möchte ich allen jetzigen Sechstklässlerinnen unbedingt noch mitteilen, dass sie keine Angst vor der Siebten haben müssen. Manches ändert sich im Vergleich zur Grundstufe, aber Vieles bleibt auch gleich oder ähnlich. Und wenn ihr Probleme habt, könnt ihr diese auch in der Mittelstufe ganz offen mit den Vertrauenslehrer*innen besprechen.

Bitte beachten Sie den Anmeldezeitraum für die 7. Klasse am Campus (14.-22. Februar 2023) und vereinbaren Sie jetzt einen Anmelde-Termin mit unserem Sekretariat!

Autorin: Aleyna

Unsere Lehrerinnen: Frau Spanja, die Reiselustige

Frau Spanja unterrichtet vorrangig das Fach Deutsch, studiert aber zusätzlich Mathematik. Ihr Hauptfach ist die Sonderpädagogik mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Lernen und Emotionale-Soziale Entwicklung. Außerdem ist sie viel in ihrer Willkommensklasse und macht außerdem die Deutschförderung in den 456er-Lerngruppen. Die SCHNIPSEL-Redaktion hat im Interview mehr über Frau Spanja erfahren.

SCHNIPSEL: Warum sind Sie Lehrerin geworden?

FRAU SPANJA: Ich habe mich dazu entschieden, Lehrerin zu werden, weil ich sehr gerne mit Kindern zusammenarbeite. Als Schülerin hatte ich selbst häufig Lehrer*innen, die sich weniger für uns als Kinder interessiert haben, sondern nur die reine Wissensvermittlung im Blick hatten. Dies möchte ich anders machen und den Schüler*innen zeigen, dass wir Lehrer*innen auch nur Menschen sind, die sie verstehen und für sie da sind.

SCHNIPSEL: Was fasziniert Sie an der Sonderpädagogik?

FRAU SPANJA: Am meisten fasziniert mich, dass wir als Sonderpädagoginnen besonders hinter das Verhalten eines Kindes schauen. Es ist wichtig zu verstehen, warum sich ein Kind mal nicht so gut beziehungsweise auffällig verhält. Denn dafür gibt es meist einen Grund (zum Beispiel Streit mit den Eltern, mit den Freunden und vieles mehr). Mir gefällt, dass wir mit der Sonderpädagogik Kindern, die besondere Aufmerksamkeit benötigen, helfen können.

SCHNIPSEL: Was war bislang Ihr lustigstes Erlebnis im Unterricht?

FRAU SPANJA: Tatsächlich gab es da so einige. Da ich in meiner Position als Lehrerin noch relativ neu bin, muss ich in vieles erst hinein wachsen. Ich hatte beispielsweise einmal eine Vertretung bei den Kleinen (123er) und die Klasse war ziemlich laut, die Kinder haben aber etwas lustiges gemacht. Was genau das war, weiß ich gar nicht mehr. Jedenfalls wurde ich lauter und wollte den Kindern eine Ansage machen, musste dabei aber selbst über mich lachen, da ich mich im ersten Moment selbst nicht ernst nehmen konnte und diese Rolle total neu für mich war. Die Kleinen waren sichtlich verwirrt darüber. 

Eine andere Situation war, als ich Deutsch-Förderung im ETEP Raum gab. Einige wissen vielleicht, dass die Tische da relativ schmal sind. Ich erklärte den Kindern eine Aufgabe und wollte mich währenddessen auf einen dieser Tische setzen. Ich hatte vergessen, dass diese so schmal waren, und fiel vor meinen Schüler*innen volle Kanne vom Tisch. 

SCHNIPSEL: Wie waren Sie als Schülerin?

FRAU SPANJA: In der Grundschule war ich eher ruhig, habe gute Noten geschrieben (außer in Mathe) und wurde sehr von den Lehrer*innen gemocht. In der Oberschule (Thomas Mann Gymnasium) änderte sich dies am Anfang etwas. Einmal wurde ich sogar von einem Ausflug ausgeschlossen, weil ich mich nicht an die Regeln gehalten hatte. Manchmal musste ich auch in der Pause oben bleiben und Texte abschreiben, da ich zu viel mit meiner Sitznachbarin quatschte. 

SCHNIPSEL: Wie erleben Sie es, Schüler*innen zu bewerten?

FRAU SPANJA: Ich finde es tatsächlich super, dass es an unserer Schule keine Noten gibt. Ich finde es zwar wichtig, Schüler*innen zu bewerten, aber eher im Vergleich zu sich selbst. Ich mag es nicht, Schüler*innen unter anderen zu vergleichen, da ich finde, dass es den Schüler*innen größtenteils nichts bringt. Vor allem, weil jeder Mensch anders ist und unterschiedliche Stärken und Schwächen hat. Dennoch finde ich es allein für die Schüler*innen gut, einen Vergleich zu den eigenen Leistungen zu haben und schauen zu können, ob sie sich verbessert haben.

SCHNIPSEL: Was tun Sie gerne, wenn Sie nicht in der Schule sind?

FRAU SPANJA: Ich treffe mich sehr gerne mit Freund*innen und gehe gerne Brunchen oder Shoppen. Außerdem liebe ich das Reisen über alles. Allein 2022 war ich neunmal verreist. Ich war in verschiedenen Städten in Spanien (Malaga, Barcelona), Frankreich (Nizza, Marseille, Monaco), Kroatien (Split, Opatija, Trogir) und Italien (Venedig). In den Sommerferien habe ich als Betreuerin sechs Wochen in Spanien gearbeitet und Kinder im Alter von 11-13 Jahren betreut. 

SCHNIPSEL: Was gefällt Ihnen an unserer Schule? Warum haben Sie sich für den Campus Hannah Höch entschieden?

FRAU SPANJA: Ich habe 2020 mein Praktikum am Campus gemacht und mich dann an dieser Schule beworben, da mir besonders der Umgang mit den Kindern gefällt. Ich finde es toll, dass der Fokus bei uns am Campus auf dem Kind und den Bedürfnissen des Kindes liegt. Außerdem ist das Kollegium super lieb, und ich habe einige tolle Menschen dazu gewonnen, die mich bereichern und mich immer unterstützen.

SCHNIPSEL: Vielen Dank für das Interview, Frau Spanja!