Märchenstunde auf der großen Lernetage

Am 14. Oktober gab Frau Theis auf der großen Lernetage eine Märchenstunde für die Schüler:innen der 456b und 456c. Sie erzählte uns das Märchen vom Prinzen mit den Eselsohren und die Geschichte von einer Beutelratte, die sich fledermauste. 

Ich fand die Märchenstunde sehr gut, denn ich habe zwei neue Märchen kennengelernt. Es machte sehr viel Spaß, Frau Theis zuzuhören. Es war eine schöne Atmosphäre. 

Frau Theis ist die Mutter von unserem Lehrer Herrn Theis. Sie macht das Märchenerzählen an Schulen ehrenamtlich. Ihr eigentlicher Beruf ist Sprachtherapeutin. Da spricht sie mit Kindern Gedichte und Texte aus Theaterstücken.

Das Märchen vom Prinzen mit den Eselsohren

In dem Märchen vom Prinzen mit den Eselsohren geht es um ein Königspaar, das sich nichts sehnlicher wünschte als ein eigenes Kind. Der König schickte seine Diener zu drei Feen am Rande des Königreichs, die alle Wünsche erfüllen konnten. Die Feen erfüllten dem König seinen Wunsch nach einem Sohn. 

Als der Königssohn geboren war, kamen die Feen zu Besuch ins Schloss. Die erste und die zweite Fee wünschten dem jungen Prinzen alles Gute für sein Leben. Die dritte Fee aber hatte keine guten Wünsche mehr übrig und wurde deshalb so wütend, dass sie dem Jungen Eselsohren wünschte. Daraufhin wuchsen dem Prinzen lange Eselsohren.

Die Königin nähte ihrem Sohn eine Mütze, die die Eselsohren bedeckte und sagte ihm, dass er die Mütze nie abnehmen dürfe. So blieben die Eselsohren des Prinzen lange Zeit ein Geheimnis. Doch irgendwann waren die Haare und der Bart des zum Mann gewachsenen Prinzen so lang, dass sie geschnitten werden mussten. Der König ließ einen Barbier  – das ist ein Friseur – holen und verpflichtete diesen zum Schweigen über die Eselsohren seines Sohnes. Sollte er das Geheimnis verraten, müsse er sterben.

Der Barbier schnitt dem Prinzensohn die Haare und stutzte ihm den Bart und sah dabei die Eselsohren. Als er danach nach Hause ging, konnte der Barbier nicht mehr aufhören, über die Eselsohren des Prinzen zu lachen. Zu Hause fragte ihn seine Frau, warum er so lache. Aber der Barbier verriet seiner Frau nichts, denn er hatte Angst zu sterben.

Das Geheimnis beschäftigte ihn aber so sehr, dass er nachts nicht mehr schlafen und tagsüber nichts mehr essen konnte. Da ging er tief in den Wald, buddelte eine Grube und schrie „Der Prinz hat Eselsohren!“ hinein. Dann schaufelte er das Loch wieder zu und ging nach Hause. Jetzt war er wie befreit und konnte wieder schlafen und essen.

Aber auf der zugeschaufelten Grube mit dem Geheimnis wuchs Schilfrohr, und Schafhirten schnitten das Schilf und schnitzten daraus Flöten. Und als sie auf ihren Flöten spielten, klang es aus ihnen „Unser Prinz hat Eselsohren“. Auch der König bekam die sonderbaren Flöten gezeigt und erschrak, als er darauf spielte. Voller Zorn schrie er, dass der Barbier das Geheimnis verraten habe und nun sterben müsse.

Da zog der Prinz seine Mütze vom Kopf und sagte: „Sollen doch alle sehen, dass ich Eselsohren habe.“ Aber da waren die Eselsohren auf seinem Kopf verschwunden.

Autorin: Greta